True Crime

Diese 5 Serienmörder bewegten die Schweiz – und die Welt

Michelle Brunner, 8. Oktober 2022, 07:18 Uhr
In Kalifornien soll momentan ein Serienmörder sein Unwesen treiben. In den USA gab es vor allem in den 80er Jahren etliche Serienmörder. Doch auch in der Schweiz, unter anderem im Argovialand, wurden Serienmörder verurteilt. Wir haben euch einige herausgesucht.
Werner Ferrari ist wohl der bekannteste Serienmörder in der Schweiz.
© Keystone
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Im US-Bundesstaat Kalifornien soll momentan ein Serienmörder sein Unwesen treiben. Nach einer Reihe von zunächst als Einzelfälle vermuteten Morden fürchtet nun die Polizei in Stockton, rund 100 Kilometer Luftlinie östlich von San Francisco, dass es sich um das Werk eines Serienmörders handelt. Wie die Polizei mitteilt, soll es bereits fünf Morde in kurzer Zeit gegeben haben. Alle Opfer waren zur Tatzeit zu Fuss unterwegs und allein. Sie wurden der Polizei zufolge spät abends, nachts oder früh morgens erschossen. Bei den fünf Opfern handelt es sich um Männer zwischen dem 21. und 54. Lebensjahr. Die Polizei vermutet, dass zwei weitere Taten aus dem Jahr 2021 ebenfalls mit der aktuellen Serie in Verbindung stehen. Bis jetzt führten noch keine Spuren zu einem möglichen Täter. Die Polizei hat deshalb ein Kopfgeld von 95'000 Dollar ausgesetzt für Hinweise, welche zur Verhaftung des Serienmörders führen.

Doch bei dem Serienmörder aus Stockton handelt es sich nicht um den ersten Täter seiner Art. Immer wieder gibt es in den USA und weltweit Täterschaften, welche mehrmals zuschlagen. Die Taten der bekanntesten Serienmörder schockieren bis heute.

Werner Ferrari

Ferrari ist wohl der bekannteste Serienmörder in der Schweiz. Zwischen den Jahren 1971 und 1989 soll er vier Kinder ermordet haben. Das Bezirksgericht Baden hat den damals 49-Jährigen in einem Indizienprozess wegen fünffachen Kindermordes zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Die Opfer waren Benjamin Egli, Daniel Sutter, Christian Widmer, Fabienne Imhof und Ruth Steinmann. Den Mord an der 12-jährigen Ruth Steinmann aus Würenlos hat Ferrari jedoch immer bestritten. Die Schülerin wurde am 16. Mai 1980 unweit ihres Elternhauses in ein Waldstück gelockt, sexuell missbraucht und mit einer in den Rachen gestopften Socke erstickt. An ihrem Körper wurden Bissspuren gefunden. Der Fall wurde im Jahr 2007 nochmals aufgerollt. Wie sich herausstellte, passten die Zahnabdrücke nicht mit denen von Ferrari überein. Ferrari wurde danach vom Fall Steinmann freigesprochen. Stattdessen wurde ein anderer Verdächtiger ermittelt, der jedoch in der Zwischenzeit Suizid begangen hatte.

Wie so viele andere Serienmörder genoss auch Ferrari keine schöne Kindheit. Bereits kurz nach seiner Geburt wurde er in einem Kinderheim abgegeben. Seine Mutter holte ihn jedoch wieder zu sich, allerdings wurde er vernachlässigt und verprügelt. In seiner Jugend sorgte er für Aufsehen durch das Legen von Bränden, Manipulieren von Bahngleisen und das Begehen von zahlreichen weiteren Delikten. Im Jahr 1965 wurde er in die Psychiatrische Universitätsklinik Friedmatt eingewiesen. Dort wurden bei ihm eine infantile Persönlichkeitsstörung mit Intelligenzminderung sowie psychopathische Züge diagnostiziert. Gutachter schlossen nicht aus, dass Ferrari ein pädophiles Sexualdelikt begehen könnte.

Michel Peiry 

Peiry ist einer von fünf Serienmördern in der Schweizer Geschichte. Auch bekannt ist er unter dem Pseudonym «Sadist von Romont». Sein erstes Verbrechen beging er am 1. September 1981. Der damals 22-Jährige reiste in die USA und traf einen jungen Kanadier, welcher kurz darauf spurlos verschwand. Peiry gestand später den Mord an dem Mann, zog das Geständnis jedoch wieder zurück. Im Jahr 1984 ermordete Peiry einen weiteren jungen Mann in Frankreich. Ein Jahr später kam es zum nächsten Mord und im Jahr 1986 tötete er sein erstes Opfer in der Schweiz, es wurde im Kanton Wallis aufgefunden. Insgesamt ermordete er zwischen den Jahren 1981 und 1987 mindestens fünf Jugendliche, die Dunkelziffer soll jedoch um einiges höher sein. Seine Opfer soll er sexuell missbraucht, gefoltert und anschliessend ermordet haben. Am 1. Mai 1987 wurde Michel Peiry während seines Militärdienstes im Kanton Bern festgenommen und anschliessend vom Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Walliser entspricht dem typischen Profil eines organisierten Psychopathen. Trotz seiner unglücklichen Kindheit und seinem gewalttätigen Vater gelang es ihm, ein normales Leben zu führen. Er wurde von all seinen sozialen Kontakten geschätzt. Durch ein psychologisches Gutachten wurde festgestellt, dass es für Peiry nicht möglich war, Sexualität und Gewalt zu trennen, weshalb er die Morde beging.

Jeffrey Dahmer

Jeffrey Lionel Dahmer hat 16 junge Männer zwischen 14 und 36 Jahren auf dem Gewissen. Aufgewachsen ist er in Ohio, Wisconsin und Chicago. Bereits mit 14 Jahren war Dahmer alkoholabhängig. Begeistern konnte er sich als Jugendlicher nur für das Sezieren von Tierkadavern. Seine späteren Opfer waren Anhalter und Besucher von Sauna- und Schwulenclubs. Er nahm sie mit zu sich nach Hause, wo er sie mit Schlafmitteln betäubte. Anschliessend strangulierte er sie, vergewaltigte und zerstückelte sie, löste sie in Säure auf oder spülte sie die Toilette hinunter. Einige der Leichenteile soll Dahmer auch gegessen haben, weshalb er auch «The Milwaukee Cannibal» genannt wird. Einige der Leichenteile bewahrte Dahmer in seiner Wohnung auf. Nachbarn sagten später gegenüber der Polizei aus, dass ein starker Verwesungsgeruch aus seiner Wohnung wahrzunehmen war.

Ted Bundy

Theodore Bundy hat zwischen den Jahren 1974 und 1978 in den Bundesstaaten Washington, Oregon, Utah, Colorado, Idaho und Florida in den USA mindestens 30 Frauen getötet, vergewaltigt und verstümmelt – die Dunkelziffer soll jedoch immens höher sein. Bei seinen Opfern fokussierte er sich hauptsächlich auf junge, attraktive Frauen mit langen Haaren. Oft trat er dabei mit Armbinden oder Krücken auf sie zu und bat sie, ihm etwas zu seinem VW Käfer zu tragen, mit dem er sie dann verschleppte. Dann vergewaltigte und tötete er sie. Weil der Fall Ted Bundy damals gross durch die Medien ging, besass der Serienmörder jede Menge weiblicher Fans. Eine davon, eine Verwaltungsangestellte, heiratete Bundy noch im Gefängnis und zeugte eine Tochter mit ihm.

Seit seiner Kindheit war Bundy ein Einzelgänger, der sich gut anpassen konnte. Er studierte Psychologie, war politisch aktiv und belegte einige Jura-Kurse. Das erste Mal wurde Bundy im Jahr 1975 aufgrund zu schnellen Fahrens festgenommen. Eine Polizistin entdeckte verdächtige Dinge in seinem Kofferraum, etwa Handschellen und eine Strumpfmaske. Vor Antritt seiner Haftstrafe konnte er jedoch flüchten und beging daraufhin weitere Morde, bis er 1978 schlussendlich gefasst wurde. Am 24. Januar 1989 wurde Bundy auf dem elektrischen Stuhl im US-Bundesstaat Florida hingerichtet.

John Wayne Gacy

Zwischen den Jahren 1972 und 1978 vergewaltigte Gacy mindestens 33 junge Männer zwischen 14 und 21 Jahren. John Wayne Gacy verkörperte als Lokalpolitiker und Selfmade-Geschäftsmann den «American Dream» und war als Ehemann und zweifacher Familienvater in der ganzen Stadt bekannt. Ebenfalls verkleidete er sich in seiner Freizeit als Clown, wodurch er das Pseudonym «Pogo the Killer-Clown» bekam. Von seinen sadistischen Zügen ahnte damals niemand etwas, obwohl er bereits im Jahr 1968 wegen Missbrauchs einer 16-Jährigen festgenommen wurde. Seine Folter- und Mordserie startete er im Jahr 1972, als er junge Männer von der Strasse aufgriff, sie fesselte und sie bei sich zu Hause vergewaltigte und erwürgte. Anschliessend verscharrte er die Leichen in seinem Keller oder Garten, manche warf er in einen nahe gelegenen Fluss.

Trotz seiner frühen Verurteilung als Sexualstraftäter und des bestialischen Gestankes auf seinem Grundstück unternahm die Polizei nichts gegen den vermeintlichen Saubermann. Wegen seines guten Rufs in der Stadt wollte niemand Gacy als Täter der Serienmorde beschuldigen. Vor Gericht sagte die Polizei später aus, man habe nicht genügend Beweise gehabt für eine Verhaftung. Erst im Jahr 1978 kam es zur Hausdurchsuchung und zur Verhaftung. Gacy gestand daraufhin die Morde. Im Jahr 1980 wurde er zum Tode verurteilt.

Gary Ridgway  

49 Frauen zwischen 15 und 38 Jahren hat Ridgway, auch bekannt als «Green River Killer», zwischen den Jahren 1982 und 1998 getötet. Die Leichen seiner Opfer entsorgte er rund um das Gebiet des Green River bei Seattle, im US-Bundesstaat Washington. Seinen ersten Mord beging Ridgway als 16-Jähriger. Er stach einen Sechsjährigen nieder, zu einer Anklage kam es wegen dieses Mordes nie. Alle seine späteren Opfer waren Prostituierte oder Ausreisserinnen, die laut Ridgway «Prostituierte hätten sein können». Bereits in seiner Kindheit hatte Ridgway von seinem Vater eingeflösst bekommen, dass Prostituierte «Abschaum» seien. Der «Green River Killer» war zweimal verheiratet und hatte einen Sohn. Nachdem er sich von seiner zweiten Frau hatte scheiden lassen, widmete er sich voll und ganz seinen Morden und Vergewaltigungen. Dabei überfiel und würgte Ridgway so viele Frauen, dass er nach eigenen Aussagen im Prozess «den Überblick über die genaue Anzahl verloren hat».

1984 wurde die Leichendeponie am Green River entdeckt, worauf sich ein Sonderkommando der Polizei bildete. Erst im Jahr 1999 konnte Ridgway durch einen damals noch neuartigen DNA-Test überführt werden. Vorerst plädierte er auf «nicht schuldig». Im Jahr 2003 knickte der Serienmörder jedoch ein, als die Beweislast erdrückend wurde und ihm die Todesstrafe drohte. Er half dabei, die Toten zu identifizieren und kam im Gegenzug mit einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf eine Revision davon.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 8. Oktober 2022 07:14
aktualisiert: 8. Oktober 2022 07:18