Party-Video

Finnische Premier dementiert Drogenvorwürfe nach Video-Leak

18. August 2022, 14:37 Uhr
Die finnische Premierministerin Sanna Marin steht nach einem Video-Leak in der Kritik. Darauf ist zu sehen, wie die 36-Jährige ausgelassen tanzt. Problematisch dabei: Einige wollen Hinweise auf Drogenkonsum gesehen haben. Sie selbst dementiert.
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Erst kürzlich wurde sie von der «Bild»-Zeitung als «die coolste Politikerin der Welt» bezeichnet: die 36-jährige finnische Premierministerin Sanna Marin. Nun steht sie erneut im Rampenlicht. Am Donnerstag sind nämlich Video-Aufnahmen von ihr aufgetaucht, auf denen sie mit Freundinnen und Freunden wild und ausgelassen tanzend zu sehen ist. Mit ihr am Feiern: eine finnische Influencerin, eine Künstlerin und zwei Moderatorinnen.

Wer diese Videos an die Öffentlichkeit brachte, ist nicht bekannt. Ein anonymes Instagram-Profil zeigte die Videos in der Story. Danach dauerte es nicht lange und die Videos standen der ganzen Welt zur Verfügung. Einer der Ausschnitte:

War Kokain im Spiel?

Ist eine tanzende Premierministerin angemessen? Darüber scheiden sich die Geister. Gewichtig ist aber eher der Vorwurf, dass bei der Party auch Kokain konsumiert wurde. Im Video sei nämlich zu hören, wie jemand «Mehl-Truppe» ruft, so der Vorwurf. Im Finnischen wird «Mehl» als Synonym für Kokain gebraucht.

Dies sorgte für reichlich Kritik und offene Fragen. Der finnische Abgeordnete Mikko Kärnä von Marins Koalitionspartner, der Zentrumspartei, forderte sie etwa auf, einen Drogentest zu machen.

Was sagt Marin?

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag dementierte Marin klar, dass sie Drogen konsumiert hätte. «Ich habe nichts zu verstecken. Ich habe keine Drogen genommen. Also ist es auch kein Problem, einen Test zu machen. Aber ich finde es schon etwas Besonderes, dass so etwas verlangt wird. Ich habe keine Beweise dafür gesehen, dass irgendwo etwas konsumiert wurde», sagte sie gegenüber der finnischen Zeitung «Iltalehti».

Sie zeigte sich ausserdem enttäuscht, dass ein privates Video veröffentlicht wurde. Es sei nichts illegales passiert und sie tue lediglich das, was Gleichaltrige ebenfalls tun würden. Gegenüber dem Sender Yle sagte sie ausserdem: «Ich hoffe, dass das akzeptiert wird. Wir leben in einer Demokratie.»

(jaw)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 18. August 2022 14:37
aktualisiert: 18. August 2022 14:37