Verhaftet auf Mallorca

Gauner ergattern mit «Liebesbetrug» mehr als 1 Million Euro

Maarit Hapuoja, 21. Oktober 2022, 10:06 Uhr
Die spanische Polizei hat 16 mutmassliche Cyberkriminelle verhaftet, die Online-Betrug in der Art von «Love Scam» betrieben. Die Schwindler haben etwa 20 Personen in ganz Europa um ihr Geld betrogen.
Etwa 20 Personen in Europa fielen auf die Masche der Betrügergruppe ein.
© Keystone
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Die Verdächtigen gingen virtuelle Liebesbeziehungen mit Frauen ein, die sie unter verschiedenen Vorwänden zur Übergabe von Geldsummen überredeten. Insgesamt haben die Schwindler etwa 20 Personen aus ganz Europa betrogen, wie die spanische Zeitung «Ultima Hora» berichtet. Die Polizei in Spanien spricht von «einer der grössten Operationen im Kampf gegen die Cyberkriminalität in der Europäischen Union». 15 der 16 Beschuldigten wurden in Mallorca festgenommen.

Behörden verfolgten Geldspur

Die Ermittlungen begannen in Alicante mit der Untersuchung eines Millionenbetrugs. Die Schwindler gaukelten einem Opfer jahrelang eine Online-Beziehung mit einem US-Soldaten vor. Sie schafften es, sie mit Vorwänden und Ausreden um 835'000 Euro zu betrügen. Das Opfer gab ihm all ihre Ersparnisse und ging sogar so weit, persönliche Kredite zu beantragen, um mehr Geld an ihn zu überweisen.

Dabei überwies das Opfer 75 Zahlungen – hauptsächlich nach Malaysia, Indonesien und Spanien. Die Behörden verfolgten das Geld des Opfers monatelang und kamen zu dem Schluss, dass sie es mit einer kriminellen Organisation zu tun hatten. 

In Bitcoins investiert, weil die Beträge so hoch waren

Die Polizei folgte der Geldspur bis nach Malaga, wo sie Anfang Mai einen der Organisationführer festnahmen. Anfang Oktober gelang es den Ermittlern, das Netzwerk vollständig zu zerschlagen. Bislang hat die spanische Polizei etwa zwanzig Opfer in Litauen, Deutschland, Italien, Rumänien, Luxemburg, Finnland, Polen, der Slowakei, Kroatien und Spanien ausfindig gemacht.

Nach den Ermittlungen der Polizei beläuft sich der Betrug auf weit über eine Million Euro. Die ergaunerten Beträge waren teils so hoch, dass sie gelegentlich in Bitcoins investiert wurden, um das Kapital abzutransportieren.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 21. Oktober 2022 10:07
aktualisiert: 21. Oktober 2022 10:07