Skelettfund im Wallis

Gehören die Gebeine zum seit 2018 verschwundenen Ex-Tengelmann-Chef?

8. August 2022, 17:01 Uhr
Seit April 2018 bereits wird der ehemalige Chef des deutschen Unternehmens Tengelmann, Karl-Erivan Haub, vermisst. Zuletzt gesehen wurde der damals 58-Jährige in Zermatt VS. Hat die Schneeschmelze nun seine Leiche freigelegt, oder ist Haub wirklich untergetaucht?

Nach dem Skelettfund vom vergangenen Mittwoch werden Spekulationen laut, dass es sich dabei um den im April 2018 verschwundenen Geschäftsmann Karl-Erivan Haub handeln könnte. Um das Verschwinden des damals 58-jährigen Chefs des deutschen Handelsunternehmens Tengelmann ranken sich Gerüchte und Geschichten.

Erst vor einem Jahr für tot erklärt

Zuletzt gesehen wurde Haub damals in Zermatt VS, als er für die Patrouille des Glaciers trainierte. Während sich einige sicher sind, dass der Vermisste verunglückt und gestorben ist, hält sich auch das Gerücht, dass er lediglich untergetaucht und wohlauf sei. Im Mai 2021 wurde der Milliardär für tot erklärt, ohne dass man je eine Leiche gefunden hatte.

Die Theorie seines Todes könnte sich bald bestätigen. Wie ein Sprecher der Walliser Kantonspolizei am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, haben Bergsteiger auf dem Stockji-Gletscher bei Zermatt VS Knochen gefunden. Die Identifizierung der Gebeine sei aber noch nicht abgeschlossen, hiess es bei der Kantonspolizei Wallis auf Anfrage von «Blick».

Drei Seiten lange Vermissten-Liste

Die beiden Bergsteiger aus Frankreich, die die Knochen gefunden haben, sagten, sie hätten mehrere farbige Sachen entdeckt und sich dazu entschieden, sich das Ganze genauer anzuschauen. Seit dem Fund wird spekuliert, ob es sich  um den deutschen Unternehmer handeln könnte. Er ist aber nicht die einzige Person, die schon länger vermisst wird.

Die Liste von verschollenen Personen auf der Webseite der Kantonspolizei Wallis umfasst ganze drei Seiten und reicht bis ins Jahr 1985 zurück. Vermisst werden zum Beispiel der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger Matthew Nisly (20), Junko Sato (28), eine 2000 verschwundene Japanerin, oder der deutsche Alfred Schmitt (49), der ebenfalls vor 21 Jahren verschwand.

Identifikation ist im Gange

Wie der «Tages Anzeiger» schreibt, werden bei solchen Funden zuerst die bei der Leiche entdeckten Gegenstände analysiert. So könne zumindest ein Zeitrahmen des Verschwindens eruiert werden. Anschliessend könnten dann DNA-Tests durchgeführt werden. Die Identifikation nimmt einige Tage in Anspruch.

(roa)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 8. August 2022 15:12
aktualisiert: 8. August 2022 17:01
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