Eine über 800 Kilometer lange Pipeline wurde nach Angaben des Unternehmens Petroperu vorsätzlich beschädigt. Aus dem 21 Zentimeter langen Schnitt war seit Mitte September immer wieder Rohöl ausgetreten und verschmutzt das Wasser
Da sich die Regierung aus Sicht der indigenen Bevölkerung vor der Verantwortung drückt, etwas zu unternehmen, habe sie rund 70 Touristen als Geiseln genommen. Unter ihnen befinden sich gemäss Augenzeugen auch ältere Menschen und Kinder. Auch eine Person aus der Schweiz soll unter den Gefangenen sein.
🚨 Se trata de un grupo de turistas, entre nacionales y extranjeros, que fueron interceptados por comuneros cuando cruzaban el río Cuninico en una embarcación. Pobladores protestan por los derrames de petróleo registrados en esta zona de la región Loreto.https://t.co/YlHpcndBZR
— RPP Noticias (@RPPNoticias) November 4, 2022
Gefangen auf Schiff festgehalten
Die Urlauber würden auf einem Schiff auf dem Fluss Marañón festgehalten, sagte der Gemeindevorsteher der Ortschaft Cuninico, Watson Trujillo Acosta, am Freitag im Radiosender RPP. Unter den Passagieren auf dem Schiff seien auch Touristen aus den USA, Spanien, Frankreich, Grossbritannien und der Schweiz.
Es gehe allen gut. Sollten alte Menschen oder Kranke unter ihnen sein, dürften sie das Schiff verlassen, sagte Trujillo Acosta.
Pipeline immer wieder beschädigt
Mit dem Festsetzen der Touristen wollen die Dorfbewohner die Regierung dazu bringen, etwas gegen ein Ölleck in der Region zu unternehmen.
«Wir fordern, dass der Notstand verhängt wird und dass eine Kommission unter der Führung des Präsidenten unsere Region besucht», sagte Dorfvorsteher Trujillo Acosta.
Petroperú teilte mit, dass die Pipeline immer wieder absichtlich beschädigt werde. Seit Dezember vergangenen Jahres seien über 50 Beschädigungen registriert worden. Eigenen Angaben zufolge kümmerte sich das Unternehmen um die Säuberung der betroffenen Gebiete und versorgte die Anwohner mit Trinkwasser und Lebensmitteln.
Schweizer Botschaft ist informiert
Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage sagte, hat das Departement Kenntnis von der Geiselnahme. Die Botschaft der Schweiz stehe in Kontakt mit den zuständigen peruanischen Behörden. Abklärungen seien im Gang. Dies sei alles, was das EDA derzeit zum Vorfall sagen könne.
(sda/roa)