Deutschland

«Pushback» ist Unwort des Jahres 2021

12. Januar 2022, 10:06 Uhr
«Pushback» ist das Unwort des Jahres 2021. Das gab die Jury der sprachkritischen Aktion am Mittwoch in Marburg bekannt. Der aus dem Englischen stammende Begriff wird im Zusammenhang mit Zurückweisungen von Flüchtlingen an Grenzen verwendet.
Migranten, die aus Griechenland zurückgedrängt wurden (Pushbacks) und nun im türkischen Aycalik angekommen sind.
© EPA/ERDEM SAHIN ATTENTION

Die Jury kritisiere die Verwendung des Ausdrucks, «weil mit ihm ein menschenfeindlicher Prozess» beschönigt werde.

Auf Platz zwei der Unwörter setzte die Jury den Begriff «Sprachpolizei». Damit würden Personen diffamiert, die sich unter anderem für einen angemessenen, gerechteren und nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch einsetzten.

Die Jury wählte das Unwort aus zahlreichen Vorschlägen aus, die Interessierte bis zum 31. Dezember eingereicht hatten. Insgesamt gab es rund 1300 Einsendungen mit 454 unterschiedlichen Begriffen, von denen knapp 45 den Kriterien entsprachen.

Die Unwörter der Vorjahre waren in Darmstadt präsentiert worden. Für 2020 fiel die Wahl auf zwei Begriffe: «Rückführungspatenschaften» und «Corona-Diktatur». Mit einem Wechsel bei der Jury zog die Bekanntgabe nun an die Uni Marburg um.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Januar 2022 09:45
aktualisiert: 12. Januar 2022 10:06
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