Menschliche Chemie

Sexuell erregt? Dein Atem könnte dich verraten

3. Mai 2022, 10:30 Uhr
Eine Studie besagt, dass die Zusammensetzung der Atemluft Aussagen zur sexuellen Erregung liefern kann. Die Ergebnisse sind bei Männern eindeutiger als bei Frauen ausgefallen.

Sexuelle Erregung lässt sich einer Studie zufolge an der Zusammensetzung der Atemluft feststellen. «Die Versuchspersonen atmeten weniger Isopren und Kohlendioxid aus, die Konzentration von Abbauprodukten bestimmter Neurotransmitter nahm hingegen zu», heisst es in einer Mitteilung des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz (MPIC).

Atem während dem Filmeschauen analysiert

Das Forschungsteam hatte Probanden verschiedene Filmclips schauen lassen, darunter auch ein Erotikfilm, und analysierten dabei deren Atem. Die publizierten Ergebnisse könnten demnach helfen, sexuelle Funktionsstörungen besser zu bewerten.

Bei der Studie haben allerdings nur 24 Personen mitgemacht. Um die Aussagekraft insgesamt zu erhöhen, möchten die Forscher am Max-Planck-Institut die Studie mit einer grösseren Zahl an Probanden wiederholen.

Mehr Erregung bei Männern festgestellt

Die zwölf Frauen und zwölf Männer sahen sich im SexLab an der Universität Porto in zufälliger Reihenfolge verschiedene zehnminütige Filmclips an: eine Natur-Reisedokumentation, einen Horrorfilm, ein Fussballspiel und einen Erotikfilm. Währenddessen wurde kontinuierlich ihr Atem auf mehr als 100 organische Verbindungen untersucht.

Gleichzeitig massen Forschende die sexuelle Erregung der Testpersonen, indem sie zum Beispiel einen Temperaturanstieg an den Genitalien ermittelten. «Generell waren die Ergebnisse der Atemanalyse bei Männern eindeutiger als bei Frauen», sagt Giovanni Pugliese, Forscher am MPIC. So beobachteten die Wissenschaftler bei Frauen nicht den gleichen Anstieg flüchtiger Substanzen wie bei Männern. Zudem waren manche Frauen durch die Erotikfilme nicht sonderlich erregt.

Idee kommt aus Atmosphärenforschung

Die Idee zu der Studie hatte der Mainzer Atmosphärenforscher Jonathan Williams. Sein Team konnte bereits in früheren Untersuchungen zeigen, dass Menschen über Atem und Haut ständig chemische Signale in die Luft abgeben, die sich je nach emotionalem Zustand verändern können.

Die Forschenden wollen auch der Frage nachgehen, inwiefern Menschen beim Sprechen, Küssen oder bei einer Umarmung flüchtige chemische Signale senden und ob das Gegenüber diese wahrnimmt.

(hap)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 3. Mai 2022 10:30
aktualisiert: 3. Mai 2022 10:30
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