«Impfen oder nicht»

So viele Freundschaften sind wegen Corona zerbrochen

28. Juli 2022, 15:22 Uhr
Die Massnahmen gegen das Coronavirus hat nicht nur auf politischer Ebene zu viel Streit geführt. Studien aus Österreich und der Schweiz zeigen: Auch Freundschaften sind daran reihenweise zerbrochen. Generell sind die Krise unserer Zeit eine Belastung für stabile Beziehungen.

Jede fünfte Person in Österreich hat wegen Meinungsdifferenzen zu den Massnahmen gegen die Corona-Pandemie Freunde oder Freundinnen verloren. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie, die dem Thema Freundschaften in unserem östlichen Nachbarland auf den Grund geht.

Ukraine-Krieg und Klimawandel belasten Freundschaften

Generell sei die Pandemie eine freu(n)dlose Zeit gewesen, schreibt das Forschungsinstitut Integral in einer Mitteilung: 63 Prozent der Befragten haben ihre Freunde sehr vermisst; 37 Prozent sogar so sehr, dass sie sich über Kontaktbeschränkungen hinweggesetzt haben, um sie zu treffen. 32 Prozent der Befragten gaben an, dass einige Freundschaften die Corona-Pandemie nur überstanden haben, weil man online Kontakt halten konnte.

Auch andere Streitthemen der letzten Zeit können sich laut der Umfrage zu Bruchlinien in freundschaftlichen Beziehungen auswachsen. Der Klimawandel hat etwas geringere Auswirkungen auf Freundschaften als Corona: 14 Prozent gaben an, dass unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema ihre freundschaftlichen Beziehungen belasten. Ein Fünftel der Freundschaften wird ausserdem von Meinungsdifferenzen zum Ukraine-Krieg in Mitleidenschaft gezogen.

Schweizerinnen und Schweizer zoffen sich stärker wegen Corona

In der Schweiz waren Freundschaften wegen unterschiedlicher Ansichten über den Umgang mit dem Virus sogar noch stärker belastet als in Österreich. Gemäss einer «SRG»-Umfrage vom Juli 2021 waren 62 Prozent schon in solche Konflikte involviert. Fast die Hälfte der Befragten erlebte sie im engeren Umfeld. 26 Prozent brachen Kontakte deswegen gänzlich ab.

Besonders das Thema Impfen erhitzte die Gemüter. Dabei bekommen Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, deutlich häufiger Streit mit ihrem Umfeld. Mehr als drei Viertel der Nicht-Impfwilligen hatten schon Streit darüber, fast ein Drittel von ihnen hat deswegen den Kontakt zu Bekannten, Kollegen, Freunden oder Verwandten abgebrochen.

Bei den Geimpften waren laut SRG-Umfrage 57 Prozent der Befragten in einen Konflikt involviert. 25 Prozent brachen deswegen den Kontakt zu einer Bezugsperson ab. In ihrem engeren Umfeld erlebten 44 Prozent der Geimpften und 64 Prozent der Nicht-Impfwilligen solche Konflikte.

Das Lieblingsland der Österreicherinnen und Österreicher ist...

Immerhin eine gute Nachricht gibt es für die Schweiz: Gemäss der Freundschafts-Umfrage von Integral wünscht sich eine Mehrheit von 53 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen eine stärkere Länderfreundschaft mit der Eidgenossenschaft. Damit ist die Schweiz das beliebteste Land – noch vor Deutschland (48 Prozent) und Italien (46 Prozent).

(osc)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 28. Juli 2022 15:01
aktualisiert: 28. Juli 2022 15:22
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