USA

Supreme Court kippt Abtreibungsgesetz – das sind die Reaktionen

28. Juni 2022, 17:34 Uhr
Einige sagen, der Supreme Court habe die Zeit in den USA 50 Jahre zurückgestellt. Die Bundesstaaten können nun wieder selbst entscheiden, ob sie Abtreibungen verbieten oder zulassen. Einige Vorlagen gegen die Abtreibung sind schon bereit. Wie die Welt darauf reagiert.

Quelle: TeleM1 / Archivbeitrag vom 25. Juni 2022

In den USA dürfen Bundesstaaten wie vor 50 Jahren bald wieder eigene Abtreibungsgesetze einführen. Bei 17 Bundesstaaten liegen bereits strengere Vorlagen auf dem Tisch, die bald in Kraft treten dürften. In der Schweiz könnte das nicht passieren, denken nun viele. Viele sind schockiert über den Entscheid in den USA. Doch auch hier gibts Abtreibungsgegnerinnen, die strengere Abtreibungs-Gesetze fordern.

Aktive Schweizer Vereine gegen Abtreibungen

Auch diverse Vereine engagieren sich in der Schweiz gegen die Abtreibung. «Pro Life» beispielsweise fordert bei der Beitrittserkärung von neuen Mitgliederinnen: «Ich verpflichte mich auf eine Abtreibung zu verzichten.» Und im September findet der nächste «Marsch fürs Läbe» gegen Abtreibungen statt.

Das Urteil des Supreme Court, der Oberste Gerichtshof der USA, löst auch in der Schweiz wieder einen Diskurs ums Abtreibungsgesetz aus. Das sind die Reaktionen aus der Schweiz und dem Ausland:


Die Anwältin und Comedian Michelle Kalt, bekannt aus der SRF-Sendung «Deville», zeigt ausführlich auf, wie es ums Abtreibungsrecht in der Schweiz steht.

Die US-amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris erklärte den Entscheid zum Abtreibungsrecht als Gesundheitskrise in den USA. «Wir können nun nur noch in der Vergangenheitsform davon sprechen, was Roe v. Wade beschützt hat», so Harris. «Roe v. Wade» war der Grundsatzentscheid des obersten Gerichtshofs in den USA zum Abtreibungsrecht.

Auch ein ehemaliger US-Präsident hat sich auf Twitter zum Urteil gemeldet. «Der Oberste Gerichtshof hat die Freiheiten von Millionen von Amerikanerinnen angegriffen», schreibt Barack Obama. Donald Trump, ebenfalls ehemaliger Präsident der USA, sagte dem Sender Fox News: «Gott hat entschieden». Zudem sagte er, der Schritt hätte schon vor langer Zeit geschehen sollen.

Auch der Premierminister des nördlichen Nachbars Kanada Justin Trudeau findet das Urteil «erschreckend».

Die Schweizer Autorin Lisa Christ meldet sich nach dem Entscheid in den USA auf Instagram zu Wort. Ihre Meinung: «Niemand zwingt dich, abzutreiben. Genauso sollte niemand dazu gezwungen werden, eine Schwangerschaft durchzumachen.»

Am Glastonbury-Festival in England haben sich einige Musikerinnen und Musiker zum Supreme Court geäussert. Unter anderem widmeten die Künstlerinnen Lily Allen und Olivia Rodrigo den Song «Fuck you» dem obersten Gerichtshof. Zudem haben sich auch Lorde, Kendrick Lamar, Green Day und Billie Eilish gegen den Entscheid ausgesprochen.

(log)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 28. Juni 2022 17:34
aktualisiert: 28. Juni 2022 17:34
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