Hungersnot

UN: 23 Millionen leiden in Afghanistan unter akutem Hunger

15. März 2022, 15:50 Uhr
In Afghanistan leiden nach Angaben der Vereinten Nationen mittlerweile 23 Millionen Menschen unter «akutem Hunger» – mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Der stellvertretende UN-Sonderbeauftragte für humanitäre Angelegenheiten, Ramiz Alakbarov, sprach am Dienstag von einer Krise unbekannten Ausmasses.
Frauen und Kinder schieben Schubkarren und gehen eine schlammige Gasse in einem Armutsviertel von Kabul entlang. In Afghanistan leiden nach Angaben der Vereinten Nationen am Dienstag mittlerweile 23 Millionen Menschen unter «akutem Hunger» - mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
© Keystone/AP/Hussein Malla

Im Juli vergangenen Jahres – einen Monat vor der Rückkehr der militant-islamistischen Taliban an die Macht - lag die Zahl bei 14 Millionen.

Die Hungersnot zwinge Millionen Familien zum Auslassen von Mahlzeiten oder zur Aufnahme von Schulden, allein um Essen auf den Tisch zu bekommen. «In Afghanistan haben sage und schreibe 95 Prozent der Bevölkerung nicht genug zu essen», so Alakbarov. In Haushalten, die von Frauen geführt werden, sei dies praktisch überall der Fall. 

Viele Menschen in Afghanistan leben schon lange in Armut. Mit dem Zusammenbruch der international unterstützten Regierung und der Rückkehr der Taliban an die Macht verloren Zehntausende ihre Haupteinkommensquellen. Entwicklungshilfe wurde gestrichen. Die Reserven der afghanischen Zentralbank von mehr als 8,2 Milliarden Euro sind eingefroren. Das führte zu einem finanziellen Desaster. Die Wirtschaft befindet sich in freiem Fall.

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. März 2022 15:50
aktualisiert: 15. März 2022 15:50
Anzeige