Ausstellung

Unterschiedliche Gesichtspunkte des «Mythos Davos» in vier Museen

29. November 2021, 11:55 Uhr
In Davos widmen sich gleich vier Museen gemeinsam dem Mythos der mondänen Sanatoriumszeit: Das Kirchner Museum, das Wintersportmuseum, das Heimatmuseum und das Medizinmuseum zeigen verschiedene kunst- und kulturhistorische Aspekte.
Neben dem Wintersportmuseum in Davos zeigen das Kirchner Museum, das Heimatmuseum und das Medizinmuseum unterschiedliche Aspekte des Lebens um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert im mondänen Kurort Davos. «Mythos Davos» heisst die gemeinsame Ausstellung.
© Handout: Wintersportmuseum. Keystone/Walter Duerst

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert war Davos der wichtigste Lungenkurort Europas. Die Wissenschafts-, Sport- und Kulturszene traf sich hier. Unter dem Titel «Mythos Davos» ist bis 30. Oktober 2022 in den vier Davoser Museen eine Ausstellung zu sehen, die unter unterschiedlichen Aspekten zeigt, wie das Leben im Kur- und Kulturort damals war.

Vier Aspekte vereinen sich

Im Kirchner Museum liegt das Hauptaugenmerk auf der Kunstgeschichte rund um den Mythos Davos. Werke von Ernst Ludwig Kirchner und Philipp Bauknecht werden einander gegenübergestellt und eröffnen einen neuen Blick auf das damalige kulturelle Leben Europas. Ergänzt mit Postkarten, Plakaten und Fotografien entsteht ein historischer Kontext.

Zeitgleich mit den nach 1865 etablierten Kuren in Davos entwickelte sich der Sport auf Eis und Schnee. Das Wintersportmuseum zeigt dazu die Geschichte des Bob- und Schlittensports, des Eislaufens, des Skisports und des Eishockeys anhand verschiedener Exponate auf.

Das Heimatmuseum zeigt ein Modell des Sanatoriums «Berghof», die Portraits von Mediziner Alexander Spengler und Kurort-Förderer Willem Jan Holsboer und einige zeitgenössische Gegenstände.

1924 erschien Thomas Manns Roman «Der Zauberberg»; darin setzte sich der Autor mit den Umbrüchen der Moderne auseinander. Ort des Geschehens ist ein Lungensanatorium in Davos, wo wie unter einem Brennglas die verschiedenen Denkrichtungen und Menschen aufeinandertreffen und mit dem Ersten Weltkrieg in alle Himmelsrichtungen zerstreut werden. Das Medizinmuseum nimmt diesen Stoff zum Ausgangspunkt und präsentiert die furchteinflössenden medizinischen Geräte, mit denen damals Tuberkulose geheilt werden sollte.

Kooperation mit deutschen Forschern

«Die Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg hat diese Ausstellung in Davos erst möglich gemacht», erklärte Severin Bischof, Geschäftsführer des Kirchner Museums gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Alle vier Davoser Museen hätten Leihgaben nach Deutschland gegeben, weil man sich dort jahrelang in einer Forschungs- und Recherchearbeit mit der Alpenstadt auseinandersetzte. Bei der Rückkehr der Leihgaben habe man beschlossen, eine gemeinsame Ausstellung zu gestalten, so Bischof weiter. Die Erkenntnisse aus den Arbeiten aus Deutschland wurden im Ausstellungskatalog aufbereitet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. November 2021 11:55
aktualisiert: 29. November 2021 11:55
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