Iran

Zugunglück fordert mindestens 21 Tote und Dutzende Verletzte

8. Juni 2022, 14:40 Uhr
Bei einem schweren Zugunglück nahe der iranischen Stadt Tabas sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden Dutzende Passagiere teils schwer verletzt. Acht von elf Zug-Waggons sind aus den Gleisen gesprungen.
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Quelle: CH Media Video Unit / Katja Jeggli

Bei einem Zugunglück im Iran sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen.

Mehrere Dutzend weitere Passagiere seien bei dem Unfall nahe der Stadt Tabas verletzt worden, teilte die iranische Nachrichtenagentur Isna am Mittwoch unter Berufung auf den Rettungsdienst mit. Demnach war der Zug auf der Strecke zwischen der Pilgerstadt Maschhad und der Wüstenstadt Jasd entgleist. Der Innenminister und der Transportminister waren vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die genaue Ursache war zunächst unklar.

Fast 350 Personen an Bord

Bilder der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zeigten entgleiste und umgestürzte Waggons inmitten von Staub. Rettungskräfte eilten zu dem Unglücksort etwa 50 Kilometer ausserhalb von Tabas. Auch Hubschrauber waren im Einsatz, um Schwerverletzte zu retten. Fast 350 Passagiere sollen im Zug gewesen sein. Acht von elf Waggons sprangen nach Angaben des Gouverneursamts der Provinz Chorasan aus dem Gleis.

Ein Reisender schilderte Isna die Momente des Unglücks, als der Zug plötzlich scharf bremste: «Die Passagiere haben ihr Gleichgewicht verloren und flogen wie Bälle umher. Die Scheiben unseres Abteils gingen in die Brüche», sagte der Augenzeuge. «Wir konnten aber durchs zerbrochene Fenster entkommen».

Erinnerungen an 2016

Das Unglück erinnert an eine schwere Zugkatastrophe 2016, als im Nordosten Irans Dutzende Menschen getötet und verletzt wurden. Damals wurden die Rettungsarbeiten auch dadurch erschwert, dass der Unglücksort in einer abgelegenen Region lag. Der schwerste Bahnunfall im Iran ereignete sich 2004, als ein mit Chemikalien beladener Güterzug bei Nischabur explodierte und mehr als 300 Menschen in den Tod riss.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 8. Juni 2022 14:40
aktualisiert: 8. Juni 2022 14:40
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