Polizei bestätigt

Grubenunglück in Feusisberg: Auch dritter Arbeiter tot geborgen

13. Mai 2022, 07:29 Uhr
Bei einem Arbeitsunfall auf einer Baustelle in Feusisberg sind drei Personen ums Leben gekommen. Sie wurden am Donnerstag beim Einsturz einer Baugrube verschüttet. In der Zwischenzeit konnten alle drei Arbeiter tot geborgen werden.
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Nachdem am Donnerstagmorgen drei Personen bei einem Baugrubeneinsturz verschüttet wurden, konnten am Abend kurz nach 19 Uhr die Bergungsarbeiten beginnen. Diese waren aufgrund der ungesicherten Baugrube zunächst nicht möglich. Weiteres Material drohte einzustürzen.

Wie der Pikettoffizier der Kantonspolizei Schwyz, Michael Marty, um 20.30 Uhr sagte, konnte die erste Person in der Zwischenzeit tot geborgen werden. «Wir arbeiten daran, die zweite Person zu bergen und haben Hinweise darauf, wo sich die dritte Person befindet», sagt er auf Anfrage.

Mit der Dämmerung werde auch die Herausforderung für die Einsatzkräfte grösser. «Wir wollen mit dem Eindunkeln mit den Bergungsarbeiten fertig sein. Viele Einsatzkräfte sind bereits seit mehreren Stunden im Einsatz.»

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Quelle: BRK News

Traurige Gewissheit

Am Freitagmorgen teilte die Kantonspolizei Schwyz mit, dass mittlerweile alle drei Verschütteten tot geborgen werden konnten. Damit haben sich die Hoffnungen, den dritten Vermissten lebend zu bergen, zerschlagen. Diese Hoffnung hatte die Polizei am Donnerstagabend noch geäussert.

Die Bergungsarbeiten konnten kurz vor Mitternacht abgeschlossen werden. Einzelne Einsatzkräfte standen allerdings noch die ganze Nacht im Einsatz. In der Zwischenzeit hat die Staatsanwaltschaft die Baustelle freigegeben. Das heisst, sie kann wieder betreten werden.

Wieso die drei Arbeiter von 400 Kubik verschüttet wurden, ist noch nicht klar und wird nun untersucht. Bei den Verschütteten handelt es sich laut Polizeiangaben um Mitarbeitende einer Baufirma. Insgesamt standen rund 90 Personen im Einsatz, darunter auch vier Rettungs- und Suchhundeteams.

REDOG im Einsatz nach Einsturz einer Baustelle in Feusisberg SZ. Heute früh hatte die Kantonspolizei Schwyz REDOG...

Posted by REDOG - Such- und Rettungshunde on Thursday, May 12, 2022

Grosse Betroffenheit bei der Gemeinde

Der Gemeindepräsident von Feusisberg, Martin Wipfli, zeigt sich bestürzt über das Unglück: «Es macht betroffen, wenn so etwas passiert. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen.» Weiter betont er, dass er glücklich über die professionellen Einsatzkräfte sei.

Die Baustelle ist in der Gemeinde ein Dauerthema. Wie Martin Wipfli gegenüber dem «Blick» bestätigt, gab es immer wieder Baustopps wegen Baurechtsverletzungen. Die genauen Details kenne er aber nicht. Die Baugerüste stehen mittlerweile seit acht Jahren.

Unglück während Vorbereitungsarbeiten für Bau

Der Unfall ereignete sich am Donnerstag kurz nach 10 Uhr bei einer Baustelle bei einem bestehenden Gebäude. «Wir hatten am Morgen die Meldung erhalten, dass die Baugrube teilweise eingestürzt ist. Wir sind danach ausgerückt und mussten feststellen, dass drei Personen verschüttet wurden», erklärte Michael Marty.

Die drei Arbeiter hätten Vorbereitungsarbeiten für einen Bau ausgeführt. Dabei sei es um Erdbewegungen gegangen. Aus noch unbekannten Gründen stürzte die Baugrube ein und verschüttete die Männer. Beim Bauschutt habe es sich um eine Mischung aus einer Betonmauer und Erdreich gehandelt.

(red.)

Quelle: sda/PilatusToday
veröffentlicht: 12. Mai 2022 14:11
aktualisiert: 13. Mai 2022 07:29
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