Brändi-Serie

«Wir arbeiten möglichst druckfrei» – zu Besuch in der Berufsschule

Marina Lampert, 8. November 2022, 11:40 Uhr
In der Berufsschule der Stiftung Brändi in Kriens richtet sich der Unterricht nach den Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigungen. Deshalb sind die Klassen kleiner und die Lehrkraft nimmt sich mehr Zeit für den Schulstoff und die Lernenden.
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Die Stiftung Brändi bietet im Kanton Luzern in 15 Betrieben 1100 Arbeits- und Ausbildungsplätze an. In der eigenen Berufsschule bildet sie aktuell über 200 Lernende aus. Von den rund 70 Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger pro Jahr erreichen rund zwei Drittel eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt.

Lars Planzer (links) macht seine Vorlehre als Dachdecker und bereitet sich so auf die EBA-Dachdecker-Lehre vor.

© PilatusToday

Berufsschule Stiftung Brändi

Normalerweise erfolgt der obligatorische schulische Bildungsteil einer Lehre auf dem Niveau EBA oder EFZ in öffentlichen Berufsschulen. Bei jugendlichen oder erwachsenen Lernenden, die von einer Behinderung betroffen sind, bietet die Stiftung Brändi Hilfestellung.

In der internen Brändi-Berufsschule wird im Unterricht auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden eingegangen, um ihnen ein möglichst positives Lernerlebnis zu ermöglichen. Ziel ist es, die Lernenden so auf die öffentlichen Berufsschulen und den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Mit Kleinklassen (bis sieben Schülerinnen und Schüler), Unterrichtshilfen sowie Förderangeboten können die Lernenden individuell unterstützt und gefördert werden. So will die Schulleitung für einen möglichst stressfreien Unterricht sorgen.

Ein Beitrag zum stressfreien Unterricht leistet auch der Hund Pandor, der ab und zu emotionale Unterstützung im Schulzimmer leistet.

© PilatusToday

«Wir sind im Tempo nicht so schnell. Wir nehmen den Zeitdruck raus und arbeiten möglichst druckfrei», sagt Lehrer Samuel Zumbühl. Die Lernenden schätzen dieses Engagement sehr. So auch die Schülerin Nina Flori: «Ich habe das Gefühl, ich lerne in dieser Schule mehr als in anderen.»

Vorbereitung auf die Lehre

Wenn die Jugendlichen oder Erwachsenen sich noch nicht bereit fühlen für eine Lehre auf dem Niveau EBA oder EFZ, besteht die Möglichkeit, eine Vorlehre zu machen. Vorstellen kann man sich dies wie eine lange Schnupperlehre. Hier werden schulische Lücken vor Beginn der beruflichen Grundbildung geschlossen und erste Eindrücke im Beruf gesammelt. Während dieser Zeit besuchen die Lernenden auch die interne Berufsschule der Stiftung Brändi.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. November 2022 09:55
aktualisiert: 8. November 2022 11:40