Waldbrandgefahr

Die Hitzewelle hält an – kommt jetzt im Kanton Zürich ein Feuerverbot?

Maurus Held, 18. Juli 2022, 22:04 Uhr
Derzeit gilt im Züribiet noch eine Mahnung zum Feuer machen – bald schon könnte aber ein Verbot in Wäldern herrschen. Hierfür stehen die Behörden in engem Austausch mit den Förstern. Die Entscheidungshoheit für generelle Verbote liegt hingegen bei den Gemeinden.

Aktuell gilt für den Kanton Zürich wegen erhöhter Waldbrandgefahr nur eine Mahnung zum Feuer machen, nicht aber ein Verbot. Diese Mahnung hat das kantonale Amt für Landschaft und Natur (ALN) am letzten Donnerstag ausgesprochen – in anderen Kantonen wie Thurgau oder Tessin gilt hingegen bereits ein bedingtes oder gar vollständiges Feuerverbot.

Zieht der Kanton Zürich bald nach? Schliesslich wird die Hitzewelle nicht abreissen, die kommenden Tage werden die Temperaturen gar noch steigen. Das ALN teilt gegenüber ZüriToday auch mit, dass man im Verlauf der Woche eine neue Beurteilung durchführen werde.

Gemeinden entscheiden über generelle Verbote

«Grundsätzlich gilt: Wir sprechen ein Verbot aus, wenn es die Situation erfordert», teilt Isabelle Rüegg von der Zürcher Baudirektion mit. Die Beurteilung werde zeigen, ob dies tatsächlich der Fall sei – in der Vergangenheit habe man Verbote bei «Grosser Gefahr» (Stufe 4) ausgesprochen. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) gilt im Züribiet derzeit noch Stufe 3 («Erhebliche Gefahr»).

Um sich ein genaues Bild der Situation machen zu können, schätze der kantonale Forstdienst die Waldbrandgefahr jeweils durch Umfragen bei den Revierförstern ein, so Rüegg. Ein eventuelles Verbot würde denn auch nur für Wälder und Gebiete in Waldnähe gelten – ein generelles Verbot, Feuer im Freien zu entfachen, können nur die jeweiligen Gemeinden erlassen.

Stützpunkt Affoltern am Albis ist für Stadt zuständig

Nur: Ein Verbot schützt nicht zwingend vor Waldbränden. Sollte es in der Stadt Zürich tatsächlich zu solch einem kommen, rückt die städtische Feuerwehr aus. Um möglichst schnell reagieren zu können, gilt folgende Faustregel: Zehn Mann müssen innert zehn Minuten auf Platz bereit sein, 30 Mann innert 30 Minuten.

Geholfen wird der Ortsfeuerwehr von der Stützpunktfeuerwehr Affoltern am Albis. Diese rückt mit rund 20 Mann aus, wie Stabsoffizier Michael Huber gegenüber ZüriToday erklärt. «Wir unterstützen mit speziellem Material, darunter ein Universallöschfahrzeug, und zusätzlicher ‹Manpower›.» Die Leitung der Operation behalte dabei aber die Ortsfeuerwehr, so Huber.

Quelle: Arbeitende schwitzen in der Hitze / TeleZüri-Beitrag vom 18. Juni

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 18. Juli 2022 21:38
aktualisiert: 18. Juli 2022 22:04
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