Michael-Jackson-Handschuh

In Zürich steigt wohl die aussergewöhnlichste Auktion

28. Juni 2022, 10:23 Uhr
Am Dienstag kommt es in Zürich zu einer recht ungewöhnlichen Versteigerung. Neben Michael Jacksons Handschuh und diversen Fossilien werden auch Film-Requisiten an der Hardturmstrasse versteigert. Der Kurator verspricht eine «Auktion der anderen Dimension».

Kuriose Versteigerungen kennt man gut in Zürich. Dennoch dürfte die im Auktionshaus Koller für Aufsehen sorgen. Fossilien und Reliquien erleben derzeit in der Kunstwelt einen regelrechten Hype. Kommen dazu noch popkulturelle Gegenstände und Weltall-Überbleibsel hat man definitiv genug für eine Versteigerung. Genau so eine findet am Dienstag in Zürich statt.

Christian Link ist Kurator der Auktion «Out of this World» im Auktionshaus Koller – der wohl ungewöhnlichsten Auktion seit langem. Neben einem Flugsaurier oder einem Nasa-Anzug suchen Michael Jacksons Glitzerhandschuh als auch Harry Potters Zauberstab neue Besitzerinnen oder Besitzer.

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Dabei gehen die Anfangsgebote weit auseinander. Startet das original «Star Wars»-Lichtschwert bei 8000 Franken, beginnt Jacksons mit Swarowski-Steinen bestückter Handschuh bei 50'000 Franken. Die Fossilien haben dabei das höchste Startgebot.

Die Skelette von zwei kämpfenden Urtieren beginnen bei sagenhaften 500'000 Franken. Eines seiner Lieblingsobjekte sei jedoch ein Stück vom Mars: «Das muss man sich mal vorstellen, das ist ein Stück Stein von einem über 70 Millionen Kilometer entfernten Planeten», sagt Link gegenüber Radio 24. Das Startgebot für dieses Sammlerobjekt liegt bei 16'000 Franken.

Eine Art Kuriositätenkabinett

Link hat insgesamt 107 Gegenstände ausgesucht, 13 davon stammen sogar aus seiner eigenen Sammlung. Dazu gehört unter anderem ein präparierter Ameisenbär. Seit knapp zwölf Jahren beschäftigt sich Link mit einzigartigen bis skurrilen Objekten.

Zunächst betrieb er ein kleines Antiquitätengeschäft an der Sihlfeldstrasse, dann ist die Sammlerleidenschaft immer mehr gewachsen. «Inspiriert haben mich die sogenannten Wunderkammern des 16. Jahrhunderts. Das war eine Art Kuriositätenkabinett, die sich Edelmänner, Fürsten und Könige eingerichtet haben. Darin befanden sich nur Dinge, die sie interessierten oder faszinierten», erklärt der 42-Jährige.

«Es ist schon ein Ausdruck des Sammlers.» Die Welt also in einem Raum zusammengefasst. «In einem sehr persönlichen Raum», so Link. Es werden nämlich nur Objekte versteigert, die Link persönlich faszinieren. Durch seine aussergewöhnliche Sammlerleidenschaft konnte sich Link auch ein sehr enges Netzwerk aufbauen, welches ihn bei seinem Auktionsvorhaben unterstützt hat. «So eine Auktion hat es noch nie in der Schweiz gegeben», berichtet der Kurator stolz.

Sind die Objekte auch echt? 

Seinen Showroom – die Wunderkammer – hat er im Kreis 4 eingerichtet. Laufkundschaft hat er so gut wie keine, Interessenten bezieht er entweder durch kleine Popup-Stores oder durch Versteigerungen. Vor allem Kunstsammler will Link für seine Objekte begeistern. Aber wie kann Link die Echtheit seiner Objekte darlegen?

Die Echtheit des Handschuhs wird beispielsweise durch einen Brief besiegelt. Darin bestätigt Jacksons Mitarbeiter, dass der Superstar den Handschuh während der Victory-Tour getragen habe, erläutert Link weiter.

Bis Montag konnten die 107 Objekte im Auktionshaus Koller besichtigt werden, bevor sie um 16 Uhr am Dienstag unter den berüchtigten Hammer kommen.

(sib)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 28. Juni 2022 07:48
aktualisiert: 28. Juni 2022 10:23
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