Schneestrassen

Deshalb sind manche Lenker bei Schnee sicherer unterwegs als andere

18.01.2024, 21:44 Uhr
· Online seit 18.01.2024, 21:42 Uhr
Der Schnee ist ins Flachland zurückgekehrt. Für viele Autofahrerinnen und -fahrer ein Ärgernis, wenn die Strassen weiss sind. Besonders für Neulenkende, welche mit dieser Witterung nicht vertraut sind, kann es schwierig sein, die Situation zu meistern.
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Sobald die Kälte und der Schnee Einzug halten, verändern sich auch die Verhältnisse auf der Strasse. Gemäss Michael Küpfer, Fahrlehrer bei der Aargauer Fahrschule Blink, gilt es, einige Sachen zu beachten, wenn man auf vereisten oder verschneiten Strassen unterwegs ist. Sowohl unerfahrene als auch erfahrene Verkehrsteilnehmende seien teilweise immer noch mit Sommerpneus unterwegs. Das sei ganz schlecht, da die Haftung am Boden nicht gleichermassen gewährleistet ist wie mit Winterpneus.

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Des Weiteren betont der Fahrlehrer die Wichtigkeit, die Fahrweise entsprechend anzupassen. Gemeint ist damit sowohl die Geschwindigkeit den Verhältnissen entsprechend zu mässigen und im Zuge dessen auch das Gas- und Bremspedal sanfter zu betätigen. Die Regel vom 2-Sekunden-Abstand zwischen zwei Autos funktioniert gemäss Küpfer bloss bei optimalen Wetterverhältnissen. Bei Schnee und Eis solle man den Abstand um einiges vergrössern, damit man auch genügend Zeit und Raum hat, um zu reagieren.

Ein Jahr mit dem Lernfahrausweis von Vorteil?

Wer den Lernfahrausweis vor dem 20. Altersjahr erwirbt, muss eine Lernphase von 12 Monaten durchlaufen. Die Person muss den Lernfahrausweis seit mindestens einem Jahr besitzen, um zur praktischen Führerprüfung zugelassen zu werden, wie es auf der Seite des Aargauer Strassenverkehrsamtes heisst. Gemäss Küpfer ist ein kleiner Vorteil dieser Regelung, dass die Verkehrsteilnehmenden die Chance haben, zu allen Jahreszeiten bei allen Witterungen begleitet unterwegs zu sein.

Bei denjenigen, welche nicht ein ganzes Jahr auf die praktische Prüfung warten müssen, macht es laut dem Fahrlehrer jedoch durchaus einen Unterschied, in welcher Jahreshälfte sie das Fahren erlernt haben. «Leute, welche immer bei schönem und hellem Wetter gelernt haben zu fahren, sind vielleicht bei veränderten Verhältnissen wie Dunkelheit oder Schnee etwas überfordert», sagt Küpfer gegenüber ArgoviaToday. Besonders in solchen Situationen sei es wichtig, das Tempo etwas zu reduzieren und kurz an die Fahrschule zurückzudenken, was einem der Fahrlehrer jetzt raten würde.

Weiterbildung schadet nicht

Alle diejenigen, welche die Autoprüfung bestanden haben, müssen danach innerhalb des ersten Jahres den Weiterausbildungskurs (WAB) besuchen. Dieser trägt dazu bei, die Fähigkeit, gefährliche Verkehrssituationen rechtzeitig besser zu erkennen und richtig zu reagieren, zu schärfen. Zudem gibt es auch haufenweise andere Kurse, welche man auf freiwilliger Basis auf eigene Kosten besuchen kann. Beispiele dafür sind die angebotenen Wintertrainings vom Touring Club Schweiz.

Sowohl für Neulenkerinnen und -lenker als auch für erfahrene Automobilistinnen und Automobilisten sei es grundsätzlich eine gute Sache, die eigene Fahrfähigkeit zu trainieren. «Die Autos machen Fortschritte und der Verkehr verändert sich. Warum sollte man sich selber nicht auch mal auf den neusten Stand bringen?», so Küpfer. 

Dieser Meinung scheinen auch andere Fahrerinnen und Fahrer zu sein. Bei den Wintertrainings vom TCS besteht eine erhöhte Nachfrage, wenn wie in diesem Winter auch im Flachland früher Schneefall und tiefe Temperaturen herrschen. Darunter seien auch viele junge Leute im Alter von 25 bis 30 Jahren. Solche Trainings zeigen einem laut dem Fahrlehrer die Grenzen auf und machen einem bewusst, wie man reagieren sollte, damit man auf den Strassen sicher unterwegs ist.

Miteinander statt gegeneinander

Ob Winter oder Sommer, ob Morgen oder Abend, im Verkehr ist man selten alleine unterwegs. Auch wenn man sein eigenes Fahrzeug bei Schneefall bestens im Griff hat, kann es sein, dass man anderen begegnet, bei denen das nicht so ist. Küpfer rät, in dieser Situation Rücksicht zu nehmen und Verständnis zu zeigen, wenn jemand vielleicht etwas ängstlich ist. «Auf die paar Minuten, die wir später am Ziel ankommen, weil vorne jemand eher langsam unterwegs ist, kommt es nicht an. Wenn dadurch ein Unfall vermieden werden kann, haben wir alle gewonnen», sagt Küpfer weiter.

veröffentlicht: 18. Januar 2024 21:42
aktualisiert: 18. Januar 2024 21:44
Quelle: ArgoviaToday

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