Ende einer Ära

«Experiment Nichtrauchen» geht nach 21 Jahren in Rente

16. Juni 2021, 11:56 Uhr
Über eine Million Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schweiz haben für das «Experiment Nichtrauchen» ein halbes Jahr auf sämtliche Tabak- und Nikotinprodukte verzichtet. Auch im Kanton Aargau nahmen über die Jahre tausende Klassen am Experiment teil. Nach über 20 Jahren wird das Projekt nun eingestellt.
Im Rahmen des Projekts «stop2drop» sammelten Schülerinnen und Schüler Hunderttausende Zigaretten-Stummel.
© Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz
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Der Deal war einfach: Eine Schulklasse, sechs Monate und kein Gramm Tabak. Wer das schaffte, konnte mit etwas Glück einen SBB-Reisegutschein gewinnen und sich so einen grossen Zustupf für die Klassenkasse sichern. Über eine Million Schülerinnen und Schüler waren in den 21 Jahren Teil des Projekts, wie die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz in einer Mitteilung schreibt. Nun geht eine Ära zu Ende.

Tausende Schulklassen wollten aufs Rauchen verzichten

Die Zahlen sind beeindruckend. 58'967 Schulklassen wollten seit der Lancierung «Experiment Nichtrauchen» ein halbes Jahr auf sämtliche Tabak- und Nikotinprodukte verzichten. Während 21 Jahren dominierte das Projekt die Präventionsarbeit in Schulen. Knapp 3'000 Klassen aus der Schweiz und aus Liechtenstein meldeten sich durchschnittlich pro Jahr für das Experiment an. Bei der aller letzten Ausgabe waren 35'000 Schülerinnen und Schüler mit dabei.

Laut Carmen Rusch, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung und Prävention bei der Lungenliga Aargau wird das «Experiment Nichtrauchen» bleibende Spuren hinterlassen.

Der Kanton Aargau war ganz vorne mit dabei

Auch an den Aargauer Schulen war das Projekt allgegenwärtig. Zwischen 2004 und 2020 waren knapp 100'000 Jugendliche aus dem Aargau Teil vom «Experiment Nichtrauchen». Damit belegt der Aargau den dritten Platz. Nur im Kanton Zürich und im Kanton Bern nahmen über die Jahre mehr Schülerinnen und Schüler teil.

Das grösste nationale Tabakpräventionsprojekt hat ausgedient

21 Jahre lang war das Projekt an den Schweizer Schulen omnipräsent. Nun wird es laut der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz Zeit für etwas Neues. Für Carmen Rusch ein Moment der Wehmütigkeit, aber auch der Hoffnung: «Auf der einen Seite schmerzt es natürlich – das Projekt ist einem ans Herz gewachsen. Auf der anderen Seite sind 21 Jahre eine lange Zeit und wir freuen uns nun auf eine neue Herausforderung, natürlich ist es auch eine grosse Chance.»

Bereits im nächsten Schuljahr soll ein neues Unterrichtsangebot bereitstehen: Das neue Angebot, das unter der Federführung von «éducation 21» entwickelt wird, soll auch im Kanton Aargau umgesetzt werden. Schülerinnen und Schüler sollen künftig eine aktivere Rolle in der Gestaltung der Tabakpräventionsprojekte einnehmen.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 16. Juni 2021 16:03
aktualisiert: 16. Juni 2021 16:03