Gemeindestruktur

Kanton Aargau «verliert» im nächsten Jahr zehn Gemeinden

30. November 2021, 12:22 Uhr
Ab 1. Januar 2022 gibt es im Kanton Aargau «nur» noch 200 Gemeinden. Wie der neue Bericht zu den Aargauer Gemeindestrukturen zeigt, verliert der Aargau damit zehn Gemeinden. Grund dafür sind Fusionen.
Am Dienstag veröffentlichte der Kanton Aargau den dritten Gemeindestrukturbericht.
© Kanton Aargau

Im Jahr 2000 gab es insgesamt 232 Gemeinden im Kanton Aargau. Seither hat sich die Anzahl um 22 auf 210 Gemeinden reduziert. Mit Beginn des neuen Jahres wird der Kanton Aargau 200 Gemeinden zählen, da zwei weitere Gemeindezusammenschlüsse in Kraft treten. Damit ist der Kanton Aargau nach Bern und Waadt aber immer noch einer der gemeindereichsten Kantonen der Schweiz.

«Zurzach» und «Böztal»

Aus den Gemeinden Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen wird die Gemeinde Zurzach. Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen bilden neu zusammen die Gemeinde Böztal. Der Kanton unterstützte die Gemeinden bei Zusammenschlüssen seit dem Jahr 2000 mit insgesamt 68 Millionen Franken, wie das kantonale Departement Volkswirtschaft und Inneres am Dienstag mitteilte.

Im Kanton Aargau habe es einige kleinere Gemeinden und diese seien bei der Aufgabenerfüllung zunehmend überfordert und würden folglich nach Partnerschaften oder Fusionen suchen, sagt Yvonne Reichlin-Zobrist, Leiterin Gemeindeabteilung des Kantons auf Anfrage von ArgoviaToday. «Einerseits werden die Aufgaben der Gemeinden immer komplexer und andererseits folgt auf die Überalterung in den Gemeinden eine neue Rekrutierungsphase. Besonders für kleinere Gemeinden ist dies schwierig.» Yvonne Reichlin-Zobrist erwartet deshalb weitere Gemeindefusionen in Zukunft. Besonders mit der neuen Amtsperiode der Gemeinderäte könne es zu weiteren Fusionsprojekten kommen. Menziken-Burg ist zurzeit in der Überprüfung für einen Zusammenschluss, so auch Turgi-Baden.

Gemeindestrukturbericht 2021: Im Aargau gibt es ab 2022 «nur» noch 200 Gemeinden.
© Kanton Aargau

Ganz so neu sei dieser Trend aber nicht. Seit ungefähr 20 Jahren verringere sich die Anzahl Gemeinden im Kanton Aargau stetig, so die Leiterin der Gemeindeabteilung. 31 Gemeinden mehr gab es im Kanton Aargau noch vor 20 Jahren. Im Vergleich: Vor knapp 200 Jahren war der Kanton noch um 45 Gemeinden reicher.

Knapp 1% mehr Frauen in Gemeinderäten 

Als Trend zeichnet sich auch ab, dass der Frauenanteil in den Gemeinderäten leicht steigt, wie der Gemeindestrukturbericht 2021 weiter zeigt. Der Frauenanteil in den Gemeinderäten im Kanton Aargau hat sich seit den letzten Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2017 von 25,7 auf 26,5 Prozent leicht erhöht.

Der Frauenanteil erhöhte sich seit den letzten Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2017 von 25,7 Prozent auf 26,5 Prozent.
© Kanton Aargau

Der Gemeindestrukturbericht wurde von einer Begleitgruppe aus Vertretungen der Gemeindeammännervereinigung, des Verbands Aargauer Gemeindeschreiberinnen und Gemeindeschreiber und des Verbands der Finanzfachleute Aargauer Gemeinden erarbeitet. Er richtet sich an die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, die Mitglieder des Grossen Rats sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.

(zoe.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 30. November 2021 19:17
aktualisiert: 30. November 2021 19:17
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