Blutspende

Queere Männer sind beim Blutspenden neu gleichgestellt

25.07.2023, 12:34 Uhr
· Online seit 25.07.2023, 11:14 Uhr
Homosexuelle Männer werden beim Blutspenden nicht länger benachteiligt. Sie müssen nach dem letzten sexuellen Kontakt nicht mehr ein Jahr warten. Bis 2017 durften Männer, die mit Männern Sex haben (MSM) in der Schweiz gar kein Blut spenden.
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Swissmedic hat einen Antrag der Blutspende SKR Schweiz für einheitliche Kriterien genehmigt. Für alle Personen gelten in Zukunft dieselben Fristen nach neuen Sexualkontakten – unabhängig der sexuellen Orientierung. Dies teilten die Blutspende SKR Schweiz und das schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic am Dienstag mit.

Queere Männer bis 2017 von Blutspende ausgeschlossen

Bis 2017 waren Männer, die mit Männern Sex haben (MSM) vollständig von der Blutspende ausgeschlossen. Blutspende SRK Schweiz hatte damals ein Gesuch eingereicht, um dies zu ändern. Danach galt, dass MSM Blutspenden durften – jedoch mussten sie seit dem letzten Sexualkontakt eine zwölfmonatige Karenzzeit einhalten.

Die neuen Kriterien gelten ab November. Wer Blutspenden möchte, muss nach dem letzten neuen Sexualkontakt vier Monate warten. Bei Menschen, die in den letzten vier Monaten mit zwei Partnerinnen oder Partnern Sex hatten, gilt eine Karenzzeit von zwölf Monaten.

«Endlich helfen und Leben retten»

Pink Cross begrüsste die einheitliche Regelung in einer Mitteilung. «Damit wird eine jahrelange Forderung von Pink Cross erfüllt», schrieb der Dachverband der schwulen und bisexuellen Männer. Mit einem grossen Ansturm rechnet die Organisation indes nicht. Geschäftsleiter Roman Heggli wird in der Mitteilung mit folgenden Worten zitiert: «Jahrelang war unser Blut unerwünscht. Nun braucht es erst eine Charmeoffensive und einen Vertrauensaufbau. Ich freue mich aber sehr, dass wir nun endlich auch helfen und Leben retten dürfen!»

(sda/gin)

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veröffentlicht: 25. Juli 2023 11:14
aktualisiert: 25. Juli 2023 12:34
Quelle: Today-Zentralredaktion

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