ZSC mit vier Meisterpucks

«Es ist für alle recht tough» – EV Zug verliert erneut 1:2

Tobias Hotz, 25. April 2022, 12:45 Uhr
Der EVZ steht mit dem Rücken zur Wand. Die Zuger verlieren auch die dritte Partie im Playoff-Final gegen die ZSC Lions. Erneut verpasst es der EVZ, die Partie vorzeitig für sich zu entscheiden. Rund zehn Minuten vor Schluss drehen die Zürcher die Partie und gewinnen 2:1. Bereits am Montag können sie Meister werden.
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«Alle schlechten Dinge sind drei» ist das Zwischenfazit des bisherigen Playoff-Finals aus Zuger Sicht. Erneut geht der EVZ in Führung, erneut vergibt er danach zahlreiche Möglichkeiten, die Partie zu entscheiden und erneut drehen die ZSC Lions die Partie. Die Stadtzürcher gewinnen 2:1 und haben am Montag die erste von vier Möglichkeiten, Meister zu werden.

Es ist die wohl teuerste Sturmlinie, die je auf Schweizer Eis zusammenspielte. Nach drei Partien muss man eingestehen: Das ist gut investiertes Geld. Die ZSC-Stürmer Andrighetto, Malgin und Hollenstein machen erneut den Unterschied. In wenigen Minuten drehen sie die Partie zugunsten der Stadtzürcher. In der 50. Minuten lenkt Sven Andrighetto akrobatisch die Scheibe zum Ausgleich ins Tor. Nur 90 Sekunden später schiesst Denis Malgin nach einem Doppelpass mit seinem Namensvetter Hollenstein die Zürcher zum dritten Sieg im dritten Spiel.

Zug erneut mit dem ersten Tor

In Spiel drei der Finalserie gegen die ZSC-Lions kommt Zugs Fanliebling Carl Klingberg zu seinem ersten Einsatz. Der Schwede ist ein Stürmer, der dahin geht, wo es wehtut. Eine Eigenschaft, die dem EVZ in der Bossardarena die Führung brachte. Nach neuen Minuten fasst sich Klingberg an seine blutige Lippe. Er küsst unfreiwillig den Stock des ZSC-Stürmers Dominik Diem. Dieser kassierte für den hohen Stock eine 2+2-Minuten-Strafe.

Der EVZ war auf die lange Überzahl angewiesen. In den ersten drei Minuten werden die Zuger nie gefährlich, bis Carl Klingberg wieder da auftaucht, wo es wehtut. Im Slot streckt ihn Christian Marti mit einem Crosscheck nieder. Dieser gesellt sich zu seinem Teamkollegen auf die Strafbank. Grégory Hofmann nutz bereits nach 15 Sekunden die Doppelte-Überzahl zur Zuger Führung. Im dritten Finalspiel geht der EVZ zum dritten Mal mit 1:0 in Führung.

Starkes Unterzahlspiel

Die Partie unterschied sich kaum von den ersten beiden Duellen der beiden Mannschaften. Der EVZ dominiert in Spiel fünf gegen fünf, hat mehr Torschüsse und die Scheibe viel mehr am eigenen Stock. Wäre die Partie exakt wie Spiel eins und zwei verlaufen, hätten die Stadtzürcher wahrscheinlich im Powerplay den Ausgleich erzielt. Nicht so an diesem Abend.

Genügend Möglichkeiten hätten die Zürcher gehabt. Allein im Mitteldrittel können die Lions drei Mal in Überzahl spielen. Das Zuger Boxplay funktioniert aber hervorragend. Als EVZ-Topscorer Jan Kovar auf der Strafbank sitzt, erspielen sich die vier Zuger gar die gefährlicheren Möglichkeiten als die fünf Zürcher.

Wo bleibt die Zuger Kaltschnäuzigkeit?

28 Torschüsse gib der EVZ auf den Kasten von Jakub Kovar ab. Es resultierte daraus nur ein Treffer – zu wenig. Yannick Zehnder ist mit seinem Schuss an den Pfosten am nächsten am zweiten Zuger Treffer. Alle anderen Abschlüsse waren eine einfache Beute für den ZSC-Schlussmann. Dieser entschied damit das Duell gegen Leonardo Genoni erneut für sich. Der Zuger Schlussmann sah beim entscheidenden Gegentreffer nicht ideal aus.

Finden die Zuger am Montag ihre Kaltschnäuzigkeit weiterhin nicht, können die Zürcher bereits am Montag ihren zehnten Meistertitel feiern. Die Statistik spricht für die Zürcher. Noch nie wurde eine Finalserie nach einem 0:3-Rückstand gedreht.

Stimmen zum Spiel

Der EVZ-Stürmer Jérôme Bachofner spricht im Interview von weniger Glück bei den Bounces. «Wir dürfen den Kopf jetzt aber nicht in den Sand setzen, als Team schaffen wir das.» Gemäss Bachofner müssten jetzt auch «schmutzige Tore» fallen. «Wir wussten, dass es eine lange Serie gibt und uns wird ein Sieg am Montag gelingen, weil wir einen starken Kern haben.»

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Quelle: PilatusToday

EVZ-Verteidiger Nico Gross spricht von einer grossen Enttäuschung, man müsse die Partie jetzt abhaken. «Es ist recht taff im Moment. Wir sind mit dem Rücken zur Wand und haben nur noch eine Chance, da werden wir alles geben.»

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Quelle: PilatusToday

Zug - ZSC Lions 1:2 (1:0, 0:0, 0:2)

7200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Wiegand/Stolc, Altmann/Wolf. - Tore: 13. Hofmann (Djoos, Jan Kovar/bei 5 gegen 3) 1:0. 50. Andrighetto (Noreau, Malgin) 1:1. 52. Malgin (Denis Hollenstein) 1:2. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Jan Kovar; Andrighetto.

Zug: Genoni; Schlumpf, Kreis; Djoos, Gross; Hansson, Stadler; Wüthrich; Simion, Jan Kovar, Hofmann; Zehnder, Senteler, Herzog; Klingberg, Müller, Bachofner; Suri, Leuenberger, Allenspach; De Nisco.

ZSC Lions: Jakub Kovar; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Weber, Kivistö; Trutmann; Denis Hollenstein, Malgin, Andrighetto; Azevedo, Krüger, Bodenmann; Pedretti, Sigrist, Diem; Aeschlimann, Schäppi, Chris Baltisberger; Sopa.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Morant (verletzt), Quenneville und Roe (beide überzählige Ausländer). Zug ab 58:08 ohne Torhüter.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. April 2022 19:34
aktualisiert: 25. April 2022 12:45
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