Landwirtschaft

17 Prozent Bio-Landwirtschaft auf katonseigenen Aargauer Flächen

4. Februar 2022, 11:00 Uhr
Im Aargau werden 17,1 Prozent der kantonseigenen oder vom Kanton gepachteten Landwirtschaftsflächen von insgesamt 805 Hektaren nach den Bio-Suisse-Richtlinien bewirtschaftet. Das geht aus einem Bericht des Kantons zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hervor.
103 Landwirtschaftsbetriebe arbeiten auf kantonseigenen Flächen im Aargau nach den Bio-Suisse-Richtlinien. (Symbolbild)
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Der überwiegende Teil der Flächen werde nach den Richtlinien des ökologischen Leistungsnachweises genutzt, heisst es im am Freitag publizierten Bericht. Der Bericht geht auf einen parlamentarischen Vorstoss aus den Reihen der GLP und der Grünen zurück.

138 Hektaren beziehungsweise 237 Grundbuchparzellen werden von 103 Betrieben nach den Richtlinien der Bio Suisse bewirtschaftet. Zu den Kulturen mit hohem Bedarf an Pflanzenschutzmitteln zählen gemäss Bericht Kartoffeln, Zuckerrüben, Gemüse- und Beerenkulturen, Obstanlagen und Reben sowie Raps.

Die 805 Hektaren Landwirtschaftsland, die auf 1707 Grundbuchparzellen aufgeteilt sind, entsprechen neun Prozent des gesamten Grundeigentumbestands des Kantons von 9279 Hektaren. Davon entfallen 91 Prozent auf Flächenkategorien wie Wald und übrige bestockte Flächen, Gewässer und Verkehrsflächen. Auf diesen Flächen werden gemäss Bericht keine oder nur vereinzelte Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Kanton will den Markt spielen lassen

Möglichkeiten, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren, sieht der Bericht auf einer Landwirtschaftsfläche von 69 Hektaren. Der Einsatz für alle landwirtschaftlich verpachteten Flächen solle stetig verbessert werden. Die Produktionsweise (Label) sei jedoch Sache der Akteure am Markt und nicht Aufgabe des Staates, steht im Bericht des Regierungsrats.

Anzeigen oder Verstösse gegen die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln seien auf den kantonseigenen Flächen keine bekannt. Insgesamt seien in den letzten fünf Jahren auf allen rund 2500 direktzahlungsberechtigten Betrieben im Kanton durchschnittlich pro Jahr acht Mängel im Bereich der Pflanzenschutzanwendung festgestellt worden.

Pflanzenschutzmittel werden in und ausserhalb der Land- und Ernährungswirtschaft wie auch im Biolandbau verwendet, wie es im Bericht heisst. In der Land- und Ernährungswirtschaft stehe der Schutz der Kulturen vor Krankheiten und Schädlingen sowie vor der Konkurrenz durch Ungräser und Unkräuter im Vordergrund. Die Mittel leisteten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zur Qualität der Erntegüter.

Pflanzenschutzmittel im Gewässer

Allerdings könnten die in Pflanzenschutzmitteln enthaltenen Wirkstoffe unerwünschte Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Messungen in aargauischen Gewässern zeigten, dass in kleinen und mittleren Flüssen verschiedene Pflanzenschutzmittel nachgewiesen würden und der biologische Zustand vieler Gewässerabschnitte durch Pestizide teils erheblich beeinträchtigt sei.

Grundsätzlich kämen Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln in den Aargauer Trinkwasserressourcen häufig, aber in der Regel in tiefer Konzentration vor.

Quelle: sda
veröffentlicht: 4. Februar 2022 12:43
aktualisiert: 4. Februar 2022 12:43
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