Löhne 2022

Aargauer Spital-Mitarbeitende erhalten mehr Lohn

10. Februar 2022, 14:03 Uhr
Die rund 10'000 Mitarbeitenden der Kantonsspitäler Aarau und Baden sowie der Psychiatrischen Dienste Aargau erhalten in diesem Jahr mehr Lohn.
Im Kanton Aargau erhalten die Mitarbeitenden der beiden Kantonsspitäler mehr Lohn, aber weniger als von den Sozialpartnern gefordert. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Bei den drei staatseigenen Unternehmen gibt es individuelle und strukturelle Lohnanpassungen sowie höhere Zulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsschichten. Die Erhöhungen entsprechen mindestens 1,1 Prozent der Gesamtarbeitsvertrags-Lohnsumme, wie die drei Unternehmen am Donnerstag gemeinsam mitteilten. Insbesondere Pflegefachkräfte profitierten davon.

Sozialpartner forderten mehr

Die Spitäler wiesen die von den Sozialpartnern im Rahmen der GAV-Lohnrunde geforderte Lohnerhöhung in der Höhe von 1,7 Prozent zurück. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel seien nicht vorhanden, heisst es in der Medienmitteilung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien für die Spitäler schwierig. «Das Personal hätte gerade jetzt ein starkes Zeichen ihrer Arbeitgeber gebraucht», schreibt hingegen das Kernteam der Sozialpartner der Spitalangestellten. Sie bezeichneten die Lohnverhandlungen als gescheitert, «nach Jahren ungenügender Lohnentwicklung in den drei Aargauer Spitälern war ein weiteres Weichen der Personalverbände nicht möglich», heisst es in einer Medienmitteilung. Man anerkenne zwar die Bemühungen der Kantonsspitäler, den Angestellten gute Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, aber dazu gehöre auch eine faire Lohnentwicklung und die Einhaltung des Gesamtarbeitsvertrags GAV.

Die Gründe seien der weiterhin hohe Margendruck, und die Kostenentwicklung der letzten Jahre habe nicht über Tarifanpassungen aufgefangen werden können. Zudem verursache die Corona-Pandemie Mehrkosten, die nicht vollumfänglich abgegolten würden.

Ziellerreichung gefährdet

Unter diesen Umständen sei es sehr schwierig, die vom Eigentümer, also dem Kanton Aargau, geforderten Ebitda-Ziele (Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation) zu erreichen. Der Kanton Aargau legte in seiner Eigentümerstrategie als langfristigen Richtwert eine Ebitda-Marge von 10 Prozent fest.

(sda/red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. Februar 2022 12:38
aktualisiert: 10. Februar 2022 14:03
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