Wegen Hitzewelle

Aargauer Stromproduzenten stehen unter Druck

18. Juli 2022, 17:29 Uhr
Die andauernde Hitze hat mittlerweile auch Konsequenzen für die Stromversorgung. Das Atomkraftwerk Beznau in Döttingen musste die Leistung bereits reduzieren. Auch die Wasserkraftwerke leiden.
Noch fliesst der Strom aus dem Aare-Kraftwerk in der Kantonshauptstadt – aber reduziert. (Archiv)
© AZ / Michael Küng

In der Schweiz entstammen rund 60 Prozent des Stroms der Wasserkraft. Im Moment fliesst allerdings viel weniger Wasser die Flüsse hinunter als in der Regel. Auch die Aare führt wenig Wasser, bestätigt Hans-Kaspar Scherrer, CEO der Eniwa, die das Wasserkraftwerk in Aarau betreibt: «Im Moment haben wir noch etwa eine Wassermenge von 150 bis 250 Kubikmeter pro Sekunde. Vor einem Jahr waren es etwa 800 bis 1000 zur gleichen Zeit mit der Hochwassersituation, die wir hatten. Das, was wir im Moment haben, ist eher typisch für den Sommer und wir produzieren noch ungefähr die Hälfte der Leistung, also etwa sieben bis neun Megawatt.»

15 Prozent weniger Strom

Damit produziert die Eniwa leicht weniger Strom als durchschnittlich in dieser Jahreszeit. Ähnlich sieht es aktuell auch bei der Axpo aus, erklärt Sprecher Noel Graber. Dort wird aktuell rund 15 Prozent weniger Strom produziert. Dennoch: «Wir können weiterhin genug Strom liefern. Die Schweiz ist im Sommer tendenziell ein Stromexportland – wir produzieren also mehr, als wir verbrauchen.»

Bei der Laufwasserkraft könne aber aufgrund der geringeren Produktion davon ausgegangen werden, dass dieses Jahr weniger exportiert werde. Es gebe aber noch keinen Grund, sich Sorgen um die Stromversorgung zu machen.

Strom dürfte noch teurer werden

Die reduzierte Stromproduktion werde aber wohl spürbar sein, sagt Eniwa-CEO Hans-Kaspar Scherrer. «Es ist so, dass wir natürlich Fixkosten haben mit dem Kraftwerk – die Abschreibungen, der Betrieb et cetera. Diese werden am Schluss aufgeteilt auf die Anzahl Kilowattstunden, die wir produzieren. Heisst je weniger wir produzieren, desto teurer wird auch der Strom.»

Wie es Ende Jahr mit der Stromversorgung aussehen wird, dürfte das Wetter der nächsten Monate entscheiden.

(umt/cel)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 18. Juli 2022 17:27
aktualisiert: 18. Juli 2022 17:29
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