Aargau/Solothurn

Aprikosentunnel in Egliswil darf nur bis 2040 bleiben

Egliswil

«Absolute Katastrophe» – Aprikosentunnel darf nur bis 2040 bleiben

· Online seit 18.10.2023, 14:21 Uhr
Die Folientunnel mit Aprikosen in Egliswil bleiben noch bis zum 1. Januar 2040 bestehen. So lautet der Entscheid des Kantons. Die Gemeinde und vor allem die Landwirte sind nicht zufrieden mit diesem Entscheid. Hinnehmen müssen sie es trotzdem.
Anzeige

Wenn es nach dem Willen der Gemeinde Egliswil gehen würde, wäre die unbefristete Bewilligung, welche im 2017 erteilt wurde, immer noch gültig. Damals wurden sowohl in Seengen als auch in Egliswil mehrere Tunnel für Aprikosen bewilligt. «Die Freude war gross und wir fühlten uns unterstützt», sagt Urs Baur, Betriebsleiter vom Eichhof, rückblickend.

Scan den QR-Code

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir die Today-App.

Etwas später stellte sich heraus, dass es sich hierbei um ein Vorhaben ausserhalb der Bauzone handelt. Folglich hätten die Baugesuche im Amtsblatt publiziert werden müssen, was aber nicht geschah. Darauf wurde von Birdlife Aargau und Pro Natura Aargau eine Beschwerde eingereicht, wie aus einer Medienmitteilung von Birdlife Aargau zu entnehmen ist. Begründung: Die Tunnel seien nicht zonenkonform und der Landschaftsschutz im Gebiet des Hallwilersees werde verletzt. Für Seengen erteilte der Kanton im April 2022 erneut die Bewilligung.

Dass die Bewilligung nur bis 2040 gültig ist, bezeichnet Baur als «absolute Katastrophe» und «eine Schweinerei» von der Abteilung für Baubewilligungen. Unter anderem kritisiert er sowohl deren mangelnde Gesprächsbereitschaft als auch jene von den Organisationen, welche die Beschwerde eingereicht haben. «Wir hätten bestimmt eine Lösung gefunden, auch ohne diese Beschwerde», kommentiert Urs Baur gegenüber ArgoviaToday.

Gemäss Baur hat es Versuche gegeben, gemeinsam mit Pro Natura Aargau eine Umzonung zu veranlagen. Diese hätte darin resultiert, dass 70 Aren der Landschaftsschutzzone verloren gegangen und über 3,5 Hektaren neu dazugekommen wären. Für den Kanton war das aber keine gangbare Lösung, wie der Betriebsleiter des Eichhofs sagt.

Gemeinde ist nicht einverstanden

Die Hoffnung auf eine unbefristete Bewilligung hat Baur jedoch noch nicht aufgegeben. «Wir werden versuchen, auf politischem Weg vorwärtszugehen. Wenn das nicht klappt, finden wir eine andere Lösung», so Baur.

Die Gemeinde ist ähnlich enttäuscht über den Entscheid: «Mit der befristeten Zustimmung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt kann sich der Gemeinderat nicht einverstanden zeigen», schreibt die «Aargauer Zeitung».

Eine Abwägung der Interessen

Gegenüber der Zeitung teilte das Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt mit: «Vor dem Hintergrund der eingegangenen Entscheide haben wir eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen. Vorliegend bestehen sowohl grosse Interessen der Landwirtschaft wie auch des Landschaftsschutzes. Mit der befristeten Bewilligung kann ein Gleichgewicht zwischen diesen Interessen geschaffen werden, insbesondere auch, da bei der Festlegung der Befristungsdauer die Lebensdauer der Bäume mitberücksichtigt wurde.» In Seengen habe die Interessenabwägung hingegen ergeben, dass eine unbefristete Zustimmung erteilt werden kann, wie es weiter heisst.

Gemäss der «Aargauer Zeitung» waren an die Bewilligung in Egliswil noch zusätzliche Bedingungen geknüpft. So dürfen keine Verankerungen einbetoniert werden und es sollen Folien gewählt werden, «die das Landschaftsbild möglichst wenig beeinträchtigen». Ausserdem müssen die Folientunnel nach Ende der 17-jährigen Frist entfernt werden.

veröffentlicht: 18. Oktober 2023 14:21
aktualisiert: 18. Oktober 2023 14:21
Quelle: ArgoviaToday

Anzeige
Anzeige
argoviatoday@chmedia.ch