Falsche Verbindung

App funktionierte nicht: SBB büssen Aargauer Fahrgast trotz Billett

21. Oktober 2022, 16:00 Uhr
Giorgio Keller aus Oberrohrdorf fuhr Ende September kurz nach Mitternacht von Zürich nach Hause. Weil die SBB-App spukte, löste er sein Billett zwar rechtzeitig, aber für eine Verbindung später. Dafür wurde er von den SBB mit fast 100 Franken gebüsst.
Die SBB sagen zum Vorfall: «Wir können nachvollziehen, dass diese Situation zu Unmut führen kann.»
© KEY/Christian Beutler
Anzeige

«Das Benehmen der SBB ist skandalös», regt sich Giorgio Keller im «Blick» auf. Der Grund: Obschon er ein Billett gelöst hatte, erhielt er kürzlich eine Busse.

In Zürich wollte Keller auf seinem Handy ein Billett nach Baden lösen. Viel Zeit blieb ihm nicht mehr, «ich musste den 00:06-Uhr-Zug erwischen», erzählt er dem «Blick». Eine halbe Stunde lange blieben die Versuche in der App erfolglos. Dann, kurz vor Abfahrt, klappte es doch noch.

Was Keller dabei nicht realisierte: Das gekaufte Billett war nun für die Verbindung von 00:14 Uhr gedacht. Der Kondukteur sah darin einen Verstoss gegen die Regeln. Und stellte dem Aargauer Fahrgast eine Busse über 96.70 Franken aus. Er habe nicht mit sich reden lassen.

Giorgio Keller will die Busse nicht akzeptieren. Unterdessen habe er die Busse zusammen mit einem Begleitbrief den SBB zurückgeschickt: «Ich bin kein Schwarzfahrer.»

Eine SBB-Sprecherin nimmt im Artikel Stellung zum Vorfall und erklärt: «Wir können nachvollziehen, dass diese Situation zu Unmut führen kann.» In solchen Fällen rate man den Reisenden, sich an den SBB-Kundendienst zu wenden, damit der Einzelfall geprüft werden könne. Die Sprecherin betont aber auch: «Die Billetts sind zeitlich eingeschränkt und ausserhalb dieser Zeiten ist die Benutzung nicht möglich.»

(rio.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 21. Oktober 2022 10:36
aktualisiert: 21. Oktober 2022 16:00