Baden

Norovirus bricht in Alterszentrum Kehl aus

03.02.2023, 09:36 Uhr
· Online seit 03.02.2023, 05:36 Uhr
Vergangene Woche ist im Alterszentrum Kehl in Baden das Norovirus ausgebrochen. Seither befinden sich die Bewohnenden sowie die Belegschaft in Isolation. 56 Personen des Zentrums sind bislang betroffen. In einem Schreiben informiert das Zentrum die Angehörigen über den Ausbruch.
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Vergangenen Sonntag erhielt Florian Immer, Geschäftsführer des Alterszentrums Kehl, die erste Meldung über eine Norovirus-Infektion in seinem Heim. Postwendend begann die Leitung der Pflege mit den Vorbereitungen für die kommenden Tage, wie Immer berichtet: «Für solche Fälle befolgen wir einen mehrstufigen Pandemieplan. Anfänglich wurden die einzelnen betroffenen Bewohner isoliert. Ab Montag hat sich die ganze Belegschaft in Isolation begeben.» Neben dem Zentrum wurde auch das Restaurant geschlossen.

Das Alterszentrum bittet bis auf Weiteres von Besuchen bei Bewohnerinnen sowie den Mietern abzusehen, wie sie in einem Schreiben an die Angehörigen und Bezugspersonen mitteilt, welches eine Argovia-Leserreporterin an uns weitergeleitet hat.

Bisher seien 56 Bewohner und Mieterinnen bereits infiziert, wie der Geschäftsführer berichtet. Dies entspricht rund 40 Prozent der Belegschaft. Eine Person sei ins Spital verlegt worden. Die Betroffenen würden unter den typischen Symptomen leiden, heisst es weiter: «Inzwischen haben sich auch Mitarbeitende angesteckt, welche deswegen ausfallen. Die ersten sind nach 48 Stunden Symptomfreiheit bereits wieder zurück. Aber es ist jeden Tag ein Kunststück, dass wir genug Personal haben, welches rund um die Uhr Pflegearbeit verrichten können.» Innerhalb der Mitarbeitenden herrsche aber eine bemerkenswerte Solidarität. Auch die Leserreporterin betont, dass die Menschen weiterhin sehr gut versorgt und gepflegt werden – trotz der Umstände.

Keine Seltenheit in Heimen

Wie das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons auf Anfrage berichtet, kämen solche Ausbrüche in Heimen immer wieder vor. Die Zuständigkeit über die Ergreifung von Massnahmen läge allerdings bei den betroffenen Alterszentren. Beim Kantonsarzt herrscht im kleineren Rahmen keine Melde- oder Massnahmenpflicht. Das Meldesystem des Bundesamts für Gesundheit erfasse aber Häufungen von Erkrankungen, wie in Heimen oder Kasernen. 

veröffentlicht: 3. Februar 2023 05:36
aktualisiert: 3. Februar 2023 09:36
Quelle: ArgoviaToday

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