Wenn in der Schweiz Züge mit zu vielen Passagieren überfüllt sind, dürfen die SBB Zwangsmassnahmen ergreifen. Und genau das passierte am Samstag in einem Interregio-Zug von Zürich Richtung Bern, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Demnach sind im Zug, als er in Baden weiterfahren wollte, Leute in den Gängen und bei den Eingängen gestanden.
Rauswurf trotz gültigem Billett
Plötzlich erklang eine Männerstimme aus den Lautsprechern: «Wer nach Brugg und Aarau fährt, muss aussteigen, weil sich zu viele Leute im Zug befinden.» Einige stiegen mehr oder weniger widerwillig aus, um eine alternative Verbindung nach Aarau oder Brugg zu nutzen. Andere sind sitzen geblieben – denn schliesslich hatten die Pendelnden ja auch ein Billett.
Kurze Zeit später erklang die Stimme erneut und mahnte, dass der Zug geräumt wird, wenn nicht alle Passagiere, die nach Aarau und Brugg müssen, aussteigen würden.
Massnahme wäre bei Überlastung gerechtfertigt
Auf Anfrage bei den SBB bestätigen diese gegenüber der Zeitung, dass solche Massnahmen tatsächlich durchgesetzt werden dürften. Dabei gelte allerdings die Faustregel, dass der Zug 60 Prozent überbelastet sein müsse – denn ab dann könne die Sicherheit in einem Evakuationsfall nicht mehr gewährleistet werden. Bei den Passagieren löste die Aktion empörtes Erstaunen aus. Zudem sei der Zug definitiv nicht um 60 Prozent überlastet gewesen.
Schliesslich war der Zugbegleiter wohl ein bisschen überfordert mit der ganzen Situation, da es sich um einen Ersatzzug handelte. Denn der reguläre Zug ist aufgrund einer Störung ausgefallen. Somit seien seine Nerven wohl bereits angespannt gewesen, heisst es weiter. Zugbegleiter sind eben auch nur Menschen.
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(crb)