Migros & Co.

Bschiss am Self-Checkout

Leonie Projer, 12. Mai 2022, 06:14 Uhr
Wie mehrere Strafbefehle aus den letzten Monaten belegen, kommt es in Migrosfilialen in der Region gehäuft zu Bschiss an der Selbstbedienungskasse. Dabei handelt es sich meist um Serientäterinnen und -täter. Diese werden aber nicht immer wegen Diebstahls bestraft.
Im Zeitraum von November bis Januar entwendeten mehrere Personen am Self-Checkout in Migros-Aare-Filialen Waren im Gesamtwert von knapp 800 Franken.
© Keystone SDA

Über einen Monat lang hat ein 30-jähriger Mann aus dem Aargau in unterschiedlichen Migros-Filialen Ware im Wert von 130 Franken entwendet. Insgesamt vierzehn Mal schlug der Mann Ende letzten Jahres zu. Dabei verfolgte er jeweils dieselbe Taktik: Er scannte seinen Einkauf am Self-Checkout. Bevor er bezahlte, entfernte er einige der Produkte aber wieder. Damit beging der Aargauer einen «geringfügigen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage», heisst es im Strafbefehl. Da er die Produkte gescannt hatte, gilt es nicht als Diebstahl. Gebüsst wurde der Mann trotzdem. Busse und Gebühren belaufen sich auf 1'040 Franken.

Mehrere Vorfälle in der Migros-Aare

Der 30-jährige Mann ist nicht der einzige, der in der Migros am Self-Checkout getrickst hat. Eine 35-jährige Aargauerin hat im ähnlichen Zeitraum mit derselben Taktik Ware im Wert von über 190 Franken mitgehen lassen. Sie war ausschliesslich in der Migros in Spreitenbach und Wohlen unterwegs und fiel dabei den Sicherheitsangestellten auf. Diese sichteten das Material der Überwachungskameras, worauf man klar sah, wie sie die erfassten Artikel vor dem Bezahlen wieder stornierte. Ihre Strafe beläuft sich auf insgesamt 1'000 Franken.

Besonders dreist ging eine 32-jährige in der Filiale in Lupfig vor. Sie entwendete im Zeitraum von November bis Januar Produkte im Wert von über 460 Franken. Auch sie «kaufte» dabei ausschliesslich am Self-Checkout ein. Die Aargauerin setzte aber nicht den «Scannen-dann-Stornieren»-Trick an, sondern entwendete die Ware «wissentlich und willentlich», wie im Strafbefehl steht.

Bei der Migros Aare ist das Problem bekannt. Man schätzt die Lage aber nicht prekärer ein als in anderen Selbstbedienungsläden. «Die allergrösste Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden ist vertrauenswürdig und ehrlich und nutzt die neuen Technologien zur Vereinfachung ihres Einkaufs», so Raphaël Wyss, Mediensprecher der Migros-Aare. Um gegen Diebstahl am Self-Checkout vorzugehen, entwickle man laufend neue Kontrollmechanismen und wende diese dann an. «Diese sind verhältnismässig und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen. Details geben wir aus verständlichen Gründen nicht bekannt», so Wyss weiter.

Wie ist die Lage in anderen Geschäften?

Auch bei Coop, Lidl oder Ikea kann man am Self-Checkout bezahlen. Ob dort auch häufig geklaut wird, ist nicht bekannt. Melanie Grüter, Mediensprecherin von Coop, sagt gegenüber ArgoviaToday: «Wir äussern uns nicht zu sicherheitsrelevanten Aspekten. Der allergrösste Teil unserer Kundinnen und Kunden ist aber ehrlich.»

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 12. Mai 2022 06:08
aktualisiert: 12. Mai 2022 06:14
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