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Aargau

Der Rettungsdienst ist nicht immer in 15 Minuten vor Ort

10. September 2021, 16:12 Uhr
Bei den Rettungsdiensten im Kanton Aargau besteht gemäss Regierungsrat ein «Optimierungsbedarf». Die Vorgabe, wonach ein Rettungswagen bei Notfällen innerhalb von 15 Minuten vor Ort sein sollte, kann nicht in allen Regionen eingehalten werden.
Im Kanton Aargau sollte ein Rettungswagen bei Notfällen innerhalb von 15 Minuten vor Ort sein. Diese Vorgabe wird jedoch nicht immer erfüllt. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Im kantonalen Durchschnitt wird die Vorgabe zu 90 Prozent erfüllt, wie aus der am Freitag veröffentlichten Antwort des Regierungsrats zu einer Interpellation aus den Reihen der FDP hervorgeht.

Darunter liegen die Quoten in den geografisch weitläufigen Einsatzgebieten Leuggern (75 Prozent) und Muri (87 Prozent). Der Kanton verlangt, dass die 15-Minuten-Hilfsfrist bei Notfällen in 80 Prozent aller Fälle eingehalten werden muss.

Wenn in einem Gebiet gleichzeitig mehrere sanitätsdienstliche Ereignisse aufträten und die zuständigen Rettungsdienste bereits im Einsatz stünden, biete die Sanitätsnotrufzentrale 144 die nächsten freien Rettungsdienste auf, hält der Regierungsrat fest.

In der Regel kämen diese aus grösserer Distanz, und die Hilfsfrist könne nicht eingehalten werden. Die Witterung, abgelegene Einsatzorte oder ein hohes Verkehrsaufkommen könnten ein rasches Erreichen des Ereignisorts erschweren und die Hilfsfrist verlängern.

Diskussionen über Verbesserungen

Auch eine grosse Distanz vom Standort des Rettungsdienstpersonals zum Standort des Rettungswagens führe zu einer längeren Hilfsfrist. «Der Regierungsrat erkennt im Bereich des bodengebundenen Rettungswesens Optimierungspotenzial», heisst es in der Stellungnahme.

Deshalb werde bei der Ausarbeitung der neuen Gesundheitspolitischen Gesamtplanung (GGpl) ein Schwerpunkt auf das Thema Rettungswesen gelegt. Dabei seien grundlegende Fragen wie beispielsweise, wann welcher Rettungsdienst aufgeboten werden solle oder welche Zielwerte im Rettungswesen erreicht werden sollten, zu beantworten.

Gemäss Regierungsrat fanden bereits mehrfach Diskussionen mit den im Kanton tätigen Rettungsdiensten und weiteren Spezialisten statt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. September 2021 16:14
aktualisiert: 10. September 2021 16:12