Aargau/Solothurn

Deshalb wird der Heuschnupfen in den kommenden Jahren extremer

Pollenallergie

Deshalb wird der Heuschnupfen in den kommenden Jahren extremer

16.07.2023, 12:23 Uhr
· Online seit 09.07.2023, 06:51 Uhr
Immer mehr leiden unter Heuschnupfen, gleichzeitig werden die Symptome immer stärker. Besserung ist nicht in Sicht: Die Kombination aus Graspollen und Klimawandel wird in den bevorstehenden Jahrzehnten für immer mehr Belastung sorgen.

Quelle: Allergien nehmen zu / CH Media Video Unit / Melissa Schumacher / CheckUp

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Niesen, Jucken, kratzender Hals und rote Augen: Leuten mit Heuschnupfen – rund 15 Prozent der Bevölkerung – wird der Alltag oft mit genau solchen Symptomen erschwert. In diesem Jahr ist die Graspollenbelastung seit Mitte Mai besonders hoch, wie Meteonews mitteilt. Verantwortlich dafür ist der fehlende Niederschlag, welcher die Gräser aus der Luft gewaschen hätte.

Zukunftsaussichten sind düster

Es sind keine guten Aussichten, welche Allergikerinnen und Allergikern für die kommenden Jahre bevorstehen: Es soll immer mehr Pollen über einen noch längeren Zeitraum geben, wie ein Bericht von Meteonews zeigt. Schuld daran ist der Klimawandel. Die zunehmende Erwärmung in Kombination mit dem erhöhten CO2-Gehalt verändert die Intensität der Grasblüte. Hinzu kommt, dass der Pollenflug früher beginnt, gleichzeitig dauert die Saison im Herbst infolge höherer Temperaturen länger an. Heisst, es sind durchschnittlich länger und mehr Graspollen in der Luft.

Ungünstig könnte sich zudem auswirken, dass es zwar mit höheren Temperaturen tendenziell mehr Niederschlag gibt, dieser aber anders verteilt wird. So dürften die trockenen Phasen länger und die Pollen seltener ausgewaschen werden.

Pollenkonzentration ist nicht überall gleich

Die Pollenbelastung ist in der Schweiz regional und zeitlich unterschiedlich. Es komme darauf an, welche Pflanzen in der Region wachsen und in welcher klimatischen Lage sich die Region befindet, erklärte Marie-Hélène Corajod von «aha! Allergiezentrum Schweiz» anfangs Juni gegenüber der Today-Redaktion. Lokale Peaks können auch durch Wind oder ausbleibenden Niederschlag verursacht werden.

Bei den Graspollen sei die Konzentration aber in der gesamten Nordschweiz gleich hoch, betont Roger Perret von Meteonews. In der Region seien bezüglich der Gräser keine auffälligen Vorkommnisse zu beobachten. Je nach Gewitterlage in gewissen Regionen könne sich das bis Ende der Saison im Spätsommer noch ändern.

Es gibt eine Ausweich-Möglichkeit

Möchte man so wenig Heuschnupfen-Syptome als möglich, sollte man sich in die Höhe begeben. In den Voralpen auf rund 2500 Metern und in den zentralen Alpen auf knapp 3000 Metern wachsen und blühen die Gräser kaum. Mit den höheren Temperaturen verschieben sich nun aber auch die alpinen Rasen immer weiter nach oben, sodass man immer weiter in die Höhe steigen muss, um grossen Graspollenkonzentrationen zu entfliehen.

Für einen solchen Zufluchtsort kommen im Hochsommer also nur alpine Hütten in Frage. In der Ostschweiz bewegt man sich beispielsweise ungefähr auf einer solchen Höhe auf dem Säntis mit 2502 Metern über Meer, dem Altmann (2435 Meter) oder dem Wildhauser Schafberg (2373 Meter).

Betroffene können in diesem Jahr bald aufatmen

Immerhin, die Allergikerinnen und Allergiker werden in diesem Jahr mittelfristig von ihren Leiden erlöst. Der Höhepunkt der Gräser ist vorbei, die Pollenkonzentration in der Schweiz nimmt nun tendenziell eher wieder ab. Ab September sollte der Kampf mit den Graspollen ungefähr vorbei sein, denn die Gräser blühen bis in den Spätsommer, also etwa August.

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veröffentlicht: 9. Juli 2023 06:51
aktualisiert: 16. Juli 2023 12:23
Quelle: FM1Today

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