Thrombo-was?

Die aufwendige Thrombozytenspende kann Leben retten

3. Dezember 2021, 09:09 Uhr
Thrombozyten beziehungsweise Blutplättchen spielen bei der Wundheilung eine zentrale Rolle. Das Spenden gestaltet sich etwas aufwendiger als die klassische Blutspende. Thrombozytenspenden sind jedoch unter anderem für Krebskranke enorm wichtig.
Neben der Blutspende kann auch die Blutplättchenspende Leben retten.
© Getty Images

Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, kommen bei der Blutgerinnung zum Einsatz. Bei einer Verletzung lagern sie sich an der Gefässwand an und sorgen so dafür, dass man nicht verblutet. Personen, die Leukämie oder bestimmte Autoimmunerkrankungen haben, produzieren zu wenig Blutplättchen. Sie sind auf Thrombozytenspenden angewiesen. Das Spenden der Blutplättchen ist etwas aufwendiger als die Vollblutspende, wie Barbara Mihm der Sektion Aargau-Solothurn des Schweizerischen Roten Kreuzes erklärt.

Für die Thrombozytenspende gelten grundsätzlich dieselben Vorgaben wie für die Vollblutspende. Man muss sich also beispielsweise fit fühlen und darf in den letzten vier Monaten kein neues Tattoo oder Piercing gemacht haben. Zusätzlich gilt, dass man fünf Tage vor der Spende kein Aspirin einnehmen darf, da dieses die Bildung von Thrombozyten hemmt. Eine Art, wie Blutplättchen gespendet werden können, ist die Apherese. «Die Thrombozyten werden dabei direkt aus dem Blut des Spenders gewonnen, der an einer Maschine angeschlossen ist. Die restlichen Blutbestände werden dem Spender danach wieder zurückgeführt», so Mihm. Der ganze Prozess geht rund 90 Minuten und dauert damit um einiges länger als eine Vollblutspende, welche nach ca. 10 Minuten vorüber ist.

Lagerung der Thrombozyten-Konzentrate ist aufwendig

Laut Mihm mache auch die Haltbarkeit der Thrombozytenkonzentrate den Ablauf aufwendiger als den der Vollblutspende. «Die gespendeten Blutplättchen sind nur sieben Tage haltbar. Die Bestände müssen deshalb optimal geplant sein.» Dieses Problem gibt es bei der Vollblutspende nicht. Obwohl die Sektion Aargau-Solothurn bei den Blutplättchen-Konzentraten momentan keinen Engpass habe, suche man immer nach geeigneten Spenderinnen und Spendern. Dass man auch die Blutplättchen spenden kann, wissen viele nämlich gar nicht. Laut der Homepage sind derzeit die Blutbestände bei den Blutgruppen 0+ und B- bedrohlich tief. Da es über Weihnachten erfahrungsgemäss zu einem Blutspendetief kommt, ist die Sektion Aargau-Solothurn momentan um jede Spenderin und jeden Spender froh. Spenden kann man an insgesamt neun verschiedenen Standorten, so beispielsweise in Aarau, Baden und Olten.

(pro)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 2. Dezember 2021 05:42
aktualisiert: 3. Dezember 2021 09:09
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