Schulweg

Elterntaxis: Kreisschule Leerau hofft auf die Vernunft der Eltern

Adrian Frey, 3. August 2022, 08:16 Uhr
In wenigen Tagen geht es für die meisten Kinder im Kanton Aargau wieder los: Kindergarten- und-Schulstart. An vielen Orten bedeutet das Autochaos vor den Schulhäusern. Die Kreisschule Leerau wehrt sich dagegen.
Elterntaxis sind in bei der Kreisschule Leerau nicht erwünscht.
© Keystone Symbolbild

Seit Jahrzehnten ist der Schulweg für viele Kinder eine tägliche Entdeckungsreise. Tiere, Pflanzen und andere Lebewesen begleiten sie während dieser Zeit. Diese Erfahrung wird den Kindern aber vermehrt genommen und das mit den sogenannten «Elterntaxis». Das stellt neben vielen anderen Gemeinden auch die Aargauer Kreisschule Leerau fest. Für die Schulleiterin der Kreisschule Leerau, Barbara Holliger, ist dies bedenklich. «Die Kinder sind durch den Taxiservice viel weniger selbstständig. Ausserdem fehlt ihnen der Schulweg, bei dem viel Soziales mit andern Kindern passiert. Man lernt und entdeckt auf dem Schulweg sehr viel.» Wegen diesem zunehmenden Problem hat der Kreisschulvorstand Leerau einen Hinweis an die Eltern in das aktuelle Kirchleerauer Nachrichtenbulletin geschrieben. Titel: «Elterntaxi? Nein danke!»

Elterntaxis lösen heikle Verkehrssituationen aus

Mit diesem Hinweis im Nachrichtenbulletin soll unter anderem auch auf die gefährliche Verkehrssituation aufmerksam gemacht werden. «Wir haben das Problem, dass der Parkplatz gleichzeitig auch der Pausenplatz ist und die Elterntaxis dann kommen, wenn viele Kinder da sind. So ist es auch schon mehrfach zu heiklen Situationen gekommen», sagt Barbara Holliger. Wenn man die Eltern mit dieser Situation konfrontiert, hätten sie zum Teil wenig Verständnis. «Es gibt diese Eltern, die es regelmässig machen und die sind nicht einsichtig. Dann gibt es diese, die ihr Kind ausnahmsweise abholen oder bringen und die sagen, es sei nur eine Ausnahme.»

Den Weg auskundschaften sei wichtig, aber...

«Dass man die Kinder in den ersten Tagen bei Kinder- oder Schulstart zu Fuss begleitet, sei durchaus in Ordnung», sagt Barbara Holliger. Es sei auch wichtig, dass die Eltern den Schulweg zusammen mit den Kindern auskundschaften und ihnen die Gefahren aufzeigen. Das Begleiten soll man aber laut der Schulleiterin je länger je mehr reduzieren, sodass die Kinder den Weg alleine bewältigen können.

Wenn sich nichts ändert, greift die Kreisschule Leerau durch

«Andere Gemeinden haben auf dieses Problem schon reagiert», sagt Barbara Holliger. Damit spricht sie das Halteverbot an Schulen oder vermehrte Polizeikontrollen an. Dass es so radikal sein muss, hofft sie nicht, aber es wäre vorstellbar. «Wenn es nicht anders geht, müssen wir es auch so machen, dass die Polizei kontrollieren kommt, es ein Halteverbot gibt für alle, die nicht zu Schule gehören.»

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Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 3. August 2022 08:16
aktualisiert: 3. August 2022 08:16
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