Stinkt Geld doch?

Aargauer fälscht Abfallmarken und wird erwischt

Oliver Varga, 10. März 2022, 22:29 Uhr
Ein Mann aus dem Aargau hat im vergangenen Jahr Abfallmarken gefälscht und diese auf Kehrichtsäcke geklebt. Er wurde laut Strafbefehl erwischt und wegen «mehrfacher Fälschung amtlicher Wertzeichen» verurteilt.
Dem lokalen Abfallentsorgungsunternehmen fielen die Fälschungen auf, so kamen die Behörden dem Fälscher auf die Schliche. (Symbolbild)
© KEYSTONE/Lukas Lehmann
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Der heute 30-jährige Mann aus dem Bezirk Laufenburg fälschte im Zeitraum vom 27. Oktober 2021 bis 5. Januar 2022 bei sich zu Hause mindestens vier Bögen mit je zwölf Abfallmarken für 35-Liter-Abfallsäcke. Wie es im Strafbefehl der Aargauer Staatsanwaltschaft heisst, scannte er dafür echte Marken ein, bearbeitete diese anschliessend an seinem Laptop und druckte sie auf selbstklebende Etiketten aus. «Mindestens sechs Mal klebte er diese Marken auf Kehrrichtsäcke und deponierte diese an den Abfuhrtagen beim Sammelplatz», heisst es im Strafbefehl weiter.

Fälschungen sind aufgefallen

Dem lokalen Abfallentsorgungsunternehmen sind die Fälschungen sofort aufgefallen, wie es auf Anfrage von ArgoviaToday heisst. Denn beim Einsammeln der Kehrrichtsäcke würden die Marken immer geprüft. So auch bei den Abfallsäcken mit den falschen Marken, weshalb die Fälschung von amtlichen Wertezeichen – wer Postmarken, Stempel- oder Gebührenmarken fälscht, erfüllt diesen Tatbestand – aufflog.

Der 30-jährige Mann musste eine Busse in der Höhe von 2200 Franken bezahlen. Zusammen mit den Gebühren für den Strafbefehl kam ein Betrag in der Höhe von 3300 Franken zusammen. Die verhängte Geldstrafe in der Höhe von 9000 Franken wurde bei einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufgeschoben. Begeht der Verurteilte in den nächsten zwei Jahren also keine ähnliche Strafe, muss er diesen Betrag nicht bezahlen. Beim Mann wurden ausserdem weitere Fälschungen von Abfallmarken entdeckt. Die Staatsanwaltschaft zog diese ein und vernichtete sie.

Kein Einzelfall

Die Fälschung von Abfallmarken im Fricktal ist kein Einzelfall. Wie «zentral+» im Jahr 2014 berichtete, wurde ein ehemaliger Denner-Geschäftsführer verurteilt, weil er Abfallmarken fälschte. Zwei Denner-Filialen im Grossraum Luzern boten diese dann zum Verkauf an. Gut 1400 Bogen mit falschen Marken wurden verkauft. Es sei ein Erlös von rund 26'000 Franken entstanden. Die List flog auf, weil alle Marken die gleiche Seriennummer enthielten.

Und auch in Winterthur wurden solche Marken bereits gefälscht. Der «Tages-Anzeiger» veröffentlichte im Jahr 1999 einen Artikel, wonach Leute immer wieder gefälschte Abfallmarken auf Winterhurer Kehrrichtsäcke klebten. Die meisten Täter wurden laut dem Strasseninspektorat dank den «aufmerksamen Augen der Kehrrichtentsorgungs-Crew» erwischt.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 11. März 2022 07:41
aktualisiert: 11. März 2022 07:41