ÖV über Maskenpflicht

«Hätten uns bei Masken ein besser koordiniertes Vorgehen gewünscht»

17. Februar 2022, 16:24 Uhr
Am Donnerstag sind fast alle Massnahmen in der Schweiz gefallen – nur die Maskenpflicht im ÖV noch nicht. Die ÖV-Betriebe im Argovialand akzeptieren den Entscheid. Ein einheitliches Vorgehen wäre jedoch wünschenswert gewesen.
Im öffentlichen Verkehr gilt die Maskenpflicht noch bis Ende März.
© keystone Ennio Leanza

Pendler müssen sich noch bis März gedulden, bis sie die Maske endlich auch im Zug oder Bus abnehmen können. Bis dann gilt die Maskenpflicht noch im öffentlichen Verkehr. Den Entscheid begrüsst man beim Regionalbus Lenzburg. Die Situation würde Lockerungen rechtfertigen und die Mehrheit der Bevölkerung habe genug von den Einschränkungen, speziell auch vom Maskentragen, erzählt Geschäftsführer René Bossard gegenüber ArgoviaToday.

Koordiniertes Vorgehen bei Aufhebung der Maskenpflicht gewünscht

«Allerdings hätte ich mir bei den Masken ein besser koordiniertes, abgestimmtes Vorgehen gewünscht», gibt er zu. Er hätte es begrüsst, wenn der Bund die Maskenpflicht im ÖV und in den Läden gleichzeitig aufgehoben hätte. Dies wäre einfacher zum Umsetzen und Vermitteln gewesen, so Bossard. Wie geht es nach ab April weiter, wenn die Maske freiwillig wird? «Der Regionalbus Lenzburg hat seinen Mitarbeitenden, insbesondere den Personen aus der Risikogruppe, empfohlen, in gewissen Situationen die Masken weiterhin freiwillig zu tragen», sagt Bossard. Denn ein bisschen Vorsicht sei trotz aller Freude und Erleichterung sinnvoll.

Maskenpflicht im Argovialand mehrheitlich gut umgesetzt

Das sieht auch die Aargau Verkehr AG (AVA) so: «Natürlich wünschen wir uns eine Erholung der Fahrgastzahlen auf ein Niveau wie vor der Pandemie. Oberste Priorität hat aber nach wie vor der Schutz unserer Fahrgäste und unseres Personals», erklärt Mediensprecher Michael Briner gegenüber ArgoviaToday. Relevant sei für die AVA nicht, was in anderen Branchen gilt, sondern welche Massnahmen für die Anwendung in den Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs sinnvoll seien.

Briner sagt, dass die Maskenpflicht von der überwiegenden Mehrheit gut umgesetzt wurde. «Nur bei einer Minderheit, wir schätzen etwa zehn Prozent, musste unser Kontrollpersonal Fahrgäste auf das generelle oder korrekte Tragen einer Maske hinweisen.»

«ÖV war nicht ein Ort der Ansteckung»

Die RVBW (Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen) könne mit dem Entscheid des Bundes gut leben, wie Mediensprecherin Marija Di Cerbo auf Anfrage sagt. «Wir sehen uns nicht als Verlierer. Es gab Branchen, die mehr einstecken mussten.»

Man freue sich, in die Normalität zurückzukehren: «Der ÖV war nicht ein Ort der Ansteckung. Der ÖV ist sicher», so Di Cerbo. Nach der Aufhebung der Maskenpflicht werde die Maske fakultativ bleiben. Doch die RVBW werde weiterhin die Hygiene- und Schutzmassnahmen einhalten, sagt Di Cerbo.

ÖV-Betriebe weisen weiter auf Maskenpflicht hin

Bei der SBB und bei der PostAuto AG klingt es ähnlich: Man freue sich darauf, dass die Maskenpflicht bald aufgehoben wird und somit weitere Schritte Richtung Normalität möglich sind. «Das Personal in den Zügen wird die Reisenden weiterhin auf die noch bis Ende März geltende Maskenpflicht im ÖV hinweisen», sagt Mediensprecherin Sabrina Schellenberg.

(kmu)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 17. Februar 2022 16:21
aktualisiert: 17. Februar 2022 16:24
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