Seon

Hochgiftige Chemikalien verrotten in Fabrik – «Gebe zu, das Dach war undicht»

Adrian Frey, 12. November 2022, 19:35 Uhr
Die Chemikalien wurden in einem Seoner Firmengelände entdeckt. Das Problem: Das Gebäude steht seit Jahrzehnten leer und ist dem Verfall überlassen. Zudem war der Lagerraum nicht dicht, sondern entwässerte mit einem direkten Kanalisationsanschluss. Nun äussert sich der ehemalige Besitzer.
Anzeige

Die chemischen Stoffe in den Fässern sind so giftig, dass sie für Mensch und Umwelt eine grosse Gefährdung darstellen könnten, sagt Chemiewehr-Aubildner Kurt Friedrich gegenüber TeleM1. Vor 25 Jahren wurde der Geschäftsbetrieb eingestellt. Das Fabrikgebäude wurde seither weder geräumt noch genügend unterhalten.

Und obwohl sich mehrere hundert Fässer mit giftigen Chemikalien darin befanden, wurden sie nicht korrekt beschriftet und auch Auffangwannen sind nicht vorhanden. Zudem war ein Teil der Chemikalien offenbar der Feuchtigkeit ausgesetzt.

«Ich gebe zu, das Dach war undicht»

TeleM1 konfrontierte den ehemaligen Verwaltungsratspräsident der Firma, Samuel Zobrist, der als Arzt im Tessin arbeitet, mit der Situation. Er gibt zu: «Das Dach war undicht, aber erst seit zwei Jahren und nicht seit die Firma vor 25 Jahren zu ging.»

Ein Hauswart habe im Gebäude nach dem Rechten geschaut. Weil aber der Architekt, der das Dach hätte reparieren sollen, mit einem Burnout ausfiel, verzögerte sich die Renovation, sagt Zobrist.

Gelstrafe und Busse von mehr als 30'000 Franken

Laut einem Strafbefehl, der der Aargauer Zeitung vorliegt, hat sich der ehemalige Verwaltungsratspräsident damit der mehrfachen Widerhandlung gegen das Chemikaliengesetz und Widerhandlung gegen das Gewässerschutzgesetz schuldig gemacht. Dafür erhält er eine bedingte Geldstrafe von 25'300 Franken sowie eine Busse, Strafbefehlsgebühren und Polizeikosten von zusammen rund 8800 Franken.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 12. November 2022 11:01
aktualisiert: 12. November 2022 19:35