Coronavirus

Kanton Aargau will über 300'000 Impfdaten retten

20. Juni 2022, 11:03 Uhr
Die bei der Schweizer Online-Plattform meineimpfungen.ch gespeicherten Daten von rund 300'000 Schweizerinnen und Schweizern sollen erhalten bleiben, bevor diese gelöscht werden sollen.
Die Stammdaten von bis 300'000 Schweizerinnen und Schweizer sollen doch noch gerettet werden.
© KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Die Stammgemeinschaft eHealth Aargau (SteHAG) und das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) des Kantons Aargau wollen mit der Unterstützung des BAG die Impfdaten von 300'000 Schweizerinnen und Schweizern retten. Dies teilte das Department und Gesundheit des Kantons Aargau in einer Medienmitteilung am Montag mit.

Daten sollen geprüft werden

Die  Plattform meineimpfungen.ch wurde im März 2021 wegen schwerwiegender Sicherheitsmängel vom Netz genommen. Mit der anstehenden Liquidation der Stiftung meineimpfungen.ch sind hunderttausende Datensätze von Menschen in der ganzen Schweiz gefährdet. Auf gemeinsame Initiative der SteHAG, des Kantons Aargau und des BAG und in Abstimmung mit dem EDÖB und dem mit dem Fall betrauten Konkursamt wird ein somit letzter Anlauf genommen, um einen Weg zu finden, die Daten an die Bürgerinnen und Bürger zurückzugeben.

Die Parteien hätten dazu eine Vereinbarung unterzeichnet und dem Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten (EDÖB) vorgelegt. In einem Vorprojekt würden die Integrität der Daten und die Wirtschaftlichkeit der Rettung geprüft. Dazu wird untersucht, ob sich diese Daten in einem Zustand befinden, die eine Rettung erlaubt.

Wirtschaftlich und technisch sinnvolle Rettung

Zu diesem Zweck überträgt das Konkursamt mit Zustimmung des EDÖB die Daten dem Kanton Aargau, um zu verhindern, dass diese mit dem Abschluss des Löschungsverfahrens definitiv vernichtet werden.

Der Kanton Aargau stellt die Daten der SteHAG unter Einhaltung des Datenschutzes für die Prüfung zur Verfügung. Die Rettung muss wirtschaftlich und technisch machbar sein und vor allem sicherstellen, dass die Datenschutzrechte der betroffenen Personen jederzeit vollständig gewahrt bleiben. Darüber hinaus wird auch ein Vorschlag ausgearbeitet, wie die Bürgerinnen und Bürger ihre Impfdaten in das elektronische Patientendossier (EPD) übertragen können. So haben sie die Garantie, dass die Daten nicht nur zurückgegeben, sondern auch in den Impfpass des EPD aufgenommen werden und entsprechend ihrem ursprünglichen Zweck weiterverwendet werden können.

Sollte die Prüfung allerdings negativ ausbleiben, so verpflichtet sich die Stammgemeinschaft eHealth Aargau sämtliche Daten nachweislich zu vernichten.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 20. Juni 2022 09:35
aktualisiert: 20. Juni 2022 11:03
Anzeige