Aargau/Solothurn

KI ist überall – schnappt sie uns bald auch den Job weg?

Künstliche Intelligenz

KI ist überall – schnappt sie uns bald auch den Job weg?

· Online seit 20.09.2023, 05:46 Uhr
Die Künstliche Intelligenz ist eine Erfindung, welche es schon lange gibt, ihren grössten Boom jedoch erst in den letzten Jahren durch ChatGPT und Co. erlebt hat. Durch KI können Prozesse bei der Arbeit und in der Freizeit vereinfacht und optimiert werden. Jedoch hat auch diese Technologie eine Schattenseite.
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Der Begriff «Künstliche Intelligenz», kurz KI, existiert bereits seit 1956. Damals trafen sich Wissenschaftler am Dartmouth College im Sommer im US-Bundesstaat New Hampshire. Sie waren der Ansicht, dass Aspekte der menschlichen Intelligenz von Maschinen simuliert werden können. Der Programmierer John McCarthy schlug dafür den Begriff «Künstliche Intelligenz» erstmals vor. Mit dem «Logic Theorist», der es schafft, mehrere Dutzend mathematische Lehrsätze zu beweisen, wurde zudem das erste KI-Programm der Welt geschrieben.

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Diese KI begleitet uns im Alltag ohne dass wir es direkt merken

Nebst offensichtlichen Gebrauchsfeldern wie Spracherkennung oder ChatGPT begleitet uns gemäss dem eigenständigen Lenzburger Software-Entwickler Florian Gyger die künstliche Intelligenz schon eine längere Zeit an Orten, wo man es nicht zwingend annehmen würde. Ein Beispiel dafür ist der Spam-Filter im E-Mail-Programm. «Dieser muss anhand von verschiedenen Parametern erkennen, ob eine Nachricht legitim ist oder von einem Bot verschickt worden ist», sagt Gyger. Auch bei einem Navigationssystem, welches die schnellste Route sucht und Echtzeit-Verkehrsdaten berücksichtigt, kommt die KI vor. Auch die Spracherkennung, welche bereits im 20. Jahrhundert lanciert und seither immer weiter verbessert wurde, bis hin zu Geräten wie Siri oder Alexa, beruhen auf der künstlichen Intelligenz.

Diese positiven Aspekte bringt KI mit sich

KI kann das Leben der Menschen vereinfachen. Beispielweise in der Medizin können laut Gyger Daten effizienter analysiert werden und Probleme schneller erkannt werden, was wiederum zu einem medizinischen Durchbruch führen könne. Auch in anderen Arbeitsfeldern kann die KI gewinnbringend sein. So können laut Gyger repetitive Arbeiten in einem Büro automatisiert werden. «Ich denke, in den nächsten Jahren wird es noch deutlichere Vorteile in verschiedenen Anwendungsfeldern geben», sagt der Software-Entwickler.

Berufe vollständig ersetzten könne die KI allerdings noch nicht. Das zeigt sich auch in einer Studie der International Labour Organisation (kurz ILO). Anstatt Berufe zu ersetzen, wird basierend auf jener Analyse die wichtigste Auswirkung der Technologie wahrscheinlich darin bestehen, die Arbeit zu erweitern, einige Prozesse innerhalb der Arbeit zu automatisieren und gleichzeitig Zeit für andere Aufgaben zu lassen.

Im Musikvideo Number 1 von Nico Santos hat die KI sogar Regie geführt:

Das sind die Schattenseiten von KI

Einer der negativen Aspekte der KI seien sogenannte «Deepfakes». Darunter versteht man realistisch wirkende Medieninhalte wie Stimmen, Bilder oder Videoinhalte, welche durch Techniken der KI verfälscht werden. Folglich können auf dieser Basis beispielsweise auch effizienter Fake News verbreitet oder Rufmord betrieben werden. Gleichzeitig kann auf diese Weise der alt bekannte Enkeltrickbetrug realitätsnäher abgewickelt werden, da die Stimmen von Angehörigen nachgeahmt werden können.

Zwar gibt es laut Gyger derzeit immer noch Erkennungsmerkmale, anhand derer man Fälschungen erkennen kann. Das Problem sei aber, dass es im Zuge der Verbesserung der KI zunehmend schwieriger werde, sie klar zu identifizieren. Zum Schutz vor solchen Maschen rät der Software-Entwickler: «Der beste Schutz ist, wenn man grundsätzlich weiss, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt.» Im Falle eines Enkeltrickbetrugs rät er zudem, die wahre Identität des Anrufers zu verifizieren, indem man die Person, die angeblich anruft, selbst direkt kontaktiert.

veröffentlicht: 20. September 2023 05:46
aktualisiert: 20. September 2023 05:46
Quelle: ArgoviaToday

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