Karfreitag

Regionaler Fisch boomt – Aargauer Züchter werden überrannt

Michelle Brunner, 14. April 2022, 16:58 Uhr
Alle wollen zum Karfreitag frischen Fisch aus der Region! Das bestätigen mehrere Aargauer Fischzuchten gegenüber ArgoviaToday. Mit dem Ansturm kommen diese schon fast nicht mehr nach.
Zum Karfreitag wollen alle regionalen und frischen Fisch.
© Getty

Die Tradition besagt, dass am Karfreitag frischer Fisch auf dem Teller landet. Das bemerken auch die Fischzüchter aus dem Argovialand, sie können sich vor Kundinnen und Kunden kaum retten. Diese wollen alle pünktlich am Gründonnerstag ihren Fisch abholen. Beliebt bei Herr und Frau Aargauer ist auch dieses Jahr wieder die Lachsforelle, der Egli und der Saibling.

Warteschlange im Zuchtbetrieb

Bereits am frühen Donnerstagmorgen bildete sich eine Warteschlange vor der Kasse bei der Fischzucht Bremgarten, wie Mitarbeiterin Jane Lehmann erzählt. Vorbestellungen sind in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen nicht entgegengenommen worden: «Die Leute hatten Angst, dass sie keinen Fisch bekommen. Deshalb standen sie bei uns im Laden Schlange.» Laut Lehmann wäre das nicht nötig gewesen: «Wir haben bestimmt genügend Fisch für alle. Vom Vorjahr wissen wir noch, wie viel Fisch gekauft wurde und wie viele Leute vorbeikamen.» Und zwar rund 300 Fischliebhabende waren es damals. Und falls die vorbereitete Menge in diesem Jahr nicht ausreiche, würde das laut Lehmann kein Problem darstellen: «Wir haben noch viele Fische in den Becken. Falls unsere Berechnung nicht stimmt, können wir einfach neuen holen und diesen schlachten. Frischer geht also nicht!»

Nachfrage nahm während Corona zu

An keinem anderen Tag im Jahr boomt das Fischgeschäft so stark wie am Gründonnerstag. Wie Peter Vogel, Mitarbeiter der Spielhofer Fisch AG, erzählt, hat das seit der Corona-Pandemie nochmals deutlich zugenommen: «Die Leute schauen immer mehr auf die Regionalität. Da sie während Corona lange nicht nach Deutschland konnten, um dort günstig einzukaufen, haben sie bemerkt, dass regionale Produkte deutlich geschmacksintensiver sind.»

Laut Lehmann liegt die steigende Nachfrage jedoch nicht nur an Corona: «Viele Leute haben diese Netflix-Serie geschaut, bei der es um Fischzucht ging. Sie waren danach schockiert und schauten mehr darauf, dass sie mehr auf regionalen Fischfang schauen.» Gemeint damit ist «Seaspiracy». In der Serie wird gezeigt, wie gross der zerstörerische Einfluss des industriellen Fischfangs auf die Ökosysteme unserer Meere ist. Das kommt der Fischzucht Bremgarten natürlich entgegen.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 14. April 2022 17:09
aktualisiert: 14. April 2022 17:09
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