Aargau/Solothurn

Windischer Schule zeigt Eltern an, weil Vater aus Sicherheitsgründen länger in der Türkei bleibt

Windisch

Schüler bleibt aus Sicherheitsgründen länger in der Türkei – Schule zeigt Eltern an

03.01.2024, 19:53 Uhr
· Online seit 03.01.2024, 19:52 Uhr
Aufgrund der vergangenen Erdbeben in der Türkei verlängerte eine Familie aus Windisch die Sommerferien. Der 10-jährige Sohn verpasste deshalb die erste Schulwoche. Daraufhin zeigte die Schule die Eltern an.

Quelle: Tele M1

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Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen verlängerte ein Familienvater die Sommerferien in der Türkei. Der 10-jährige Sohn verpasste deshalb die erste Schulwoche des neuen Schuljahres. Dass dies Konsequenzen haben wird, bemerkten die Eltern spätestens, als ihnen jeweils ein Strafbefehl ausgestellt wurde.

Ferien zur eigenen Sicherheit verlängert

Laut Aussagen der Eltern kam es während ihrer Ferien in der Türkei zu starken Erdbeben. «Wir konnten das Land aus Sicherheitsgründen nicht verlassen», so der 40-jährige Familienvater gegenüber Tele M1.

Dass das der Grund für die verspätete Rückkehr der Familie war, stand laut Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau nicht in der Schul-App «Klapp» vermerkt. Die Schule Rütene in Windisch zeigte die beiden Elternteile deshalb an. Grund: die Familie hätte zuvor ein Gesuch für eine Ferienverlängerung bei der Schule einreichen müssen, das haben sie jedoch nicht gemacht.

Kein seltener Fall für Lehrerverband

Laut dem Aargauischen Lehrerverband ist es keine Seltenheit, dass Eltern die Ferien ihrer Kinder verlängern. Das bestätigt Daniel Hotz, Geschäftsführer des Aargauischen Lehrerverbandes: «Die Schulen werden zunehmend von Eltern belastet, die sich nicht an ihre Pflichten halten. Die gesetzlichen Grundlagen lassen aktuell nicht mehr zu, als sie zu büssen. Ob es in diesem Fall zielführend ist, hängt davon ab, ob es sich bei der Familie um einen Einzelfall handelte.»

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Die Eltern des 10-jährigen Schülers wurden von der Staatsanwaltschaft des Kantons Aargaus schliesslich wegen Übertretung des Schulgesetzes verurteilt. Sie müssen eine Busse von je 1100 Franken – also ein Total von 2200 Franken – begleichen. Gegenüber Tele M1 erwähnt der Vater, dass die Familie mit dem Fall abschliessen wolle, auch wenn es finanziell schmerze.

veröffentlicht: 3. Januar 2024 19:52
aktualisiert: 3. Januar 2024 19:53
Quelle: ArgoviaToday

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