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Open Farming Hackdays 2021

8 Projekte für eine digital nachhaltige Landwirtschaft

11. September 2021, 06:18 Uhr
Am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen fanden die Open Farming Hackdays statt. Dabei ging es darum, digitale Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln. Acht der elf Projekte werden weiter vorangetrieben.
Open Farming Hackdays 2021: Acht Projekte sollen die Schweizer Landwirtschaft nachhaltig digitalisieren.
© Keystone

Am landwirtschaftlichen Zentrum in Grenchen wurden am 3. und 4. September zum zweiten Mal die Open Farming Hackdays durchgeführt. Rund 60 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Branchen entwickelten in Gruppen digitale und nachhaltige Lösungen für die Schweizer Landwirtschaft.

«Ziel der Veranstaltung war es, die Vorteile der Digitalisierung und moderner Technologien zu nutzen und in nachhaltige Innovationen für die landwirtschaftliche Produktion umzusetzen und das ist gelungen», so Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth, der ebenfalls anwesend war.

Bereits im Vorfeld wurden 18 Challenges entwickelt, aus denen die Teilnehmenden zwölf ausgewählt und in Gruppen weiter entwickelt haben. Die Teams hatten 23 Stunden Zeit, um jeweils einen Prototyp oder ersten Lösungsansatz zu erarbeiten. Folgende acht Projekte sind dabei besonders herausgestochen und sollen nun weiter vorangetrieben werden.

Kuhlexa

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer Sprachassistent-App, welche Bauern und Bäuerinnen im Alltag unterstützen soll. So könnte der Bauer beispielsweise beim Melken über einen Sprachassistenten Informationen bekommen, Daten erfassen oder bestimmte Aktionen auslösen. Als Vorbild gelten dabei digitale Sprachassistenten wie Amazons Alexa, Googles Assistent oder Siri von Apple.

WeedMon + WeedFight

Bei diesem Projekt geht es darum, den mühsamen und ineffizienten Arbeitsaufwand vom Unkrautstechen zu automatisieren. Dabei erarbeitete das Team zwei mögliche Lösungsansätze.

1. Drohnenüberflug über Weiden und Äcker, um das Unkraut zu kartografieren und so auch gezielt Herbizide einsetzen zu können.

2. Die Planung und Entwicklung eines Roboters mit Beinen, um möglichst keine Fahrspuren zu hinterlassen.

Gastro-App für Regionalprodukte

Diese App soll Produzenten und Produzentinnen sowie Gastronomen den Kauf und Verkauf regionaler Lebensmittel vereinfachen. Geplant ist ausserdem eine zusätzliche Funktion für einen Liefer- und Abholservice.

Dein Foodmatch - Kauf mich, Koch mich!

Diese Plattform zeigt aktuelle Angebote regionaler Anbieter mit passenden Rezept- und Weinvorschlägen. Konkret sollen bestehende Plattformen, die auf regionale und saisonale Produkte spezialisiert sind, miteinander verknüpft werden. Dadurch soll der Nutzer oder die Nutzerin während des Online-Einkaufs Ideen erhalten, was er oder sie mit den aktuell verfügbaren Produkten kochen kann. Als zusätzliches Features erhalten Konsumenten und Konsumentinnen passende regionale Weinvorschläge.

#cropex

Anhand verschiedener Umweltparameter wie Wetterdaten, Angaben zur Bodenzusammensetzung oder über bestimmte Schädlingsgebiete soll identifiziert werden, welche Pflanze wo am besten wächst. Ziel dabei ist es, die Erntemengen zu erhöhen und die Pflanzen dort anzusäen, wo sie am besten gedeihen.

Mit Konzept in die Zukunft

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines Leitfadens (in Form von unternehmensspezifischen Fragebögen) für die strategische Planung und Beratung in landwirtschaftlichen Betrieben. Diese sollen den Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter für die Zukunft helfen, Schwerpunkte zu setzen und die Weichen richtig zu stellen.

Die Fragebögen sind so konzipiert, dass sie nicht nur in der Landwirtschaft sondern auch in anderen Bereichen eingesetzt werden können. Die verschiedenen Branchen könnten so auch voneinander profitieren.

Digitaler Wirzkalender

Der Wirzkalender ist die erfolgreichste landwirtschaftliche Fachpublikation in der Schweiz. Heute kommt der Wirzkalender in zwei Bändern daher, welche im Taschenbuchformat gestaltet sind. Es wäre viel einfacher und nützlicher, wenn dieser via App oder Web zugänglich wäre. So könnte das ganze Wissen, welches der Wirzkalender bietet, optimal genutzt werden.

FarmCHECK

Landwirte und Landwirtinnen sind dazu verpflichtet, zahlreiche Kontrollen durchzuführen, was einen enormen Vorbereitungsaufwand beansprucht. Eine Inspektions-App soll die Landwirten und Landwirtinnen bei der Vorbereitung dieser Kontrollen unterstützen. So soll die dynamische App eine digitale Checkliste beinhalten und auch konkrete und spezifische Ratschläge beinhalten.

Alle bearbeiteten Challenges sowie der Stand der aktuellen Projekte sind auf der Homepage von Opendata.ch einzusehen. Opendata ist gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg und dem Hightech Zentrum Aargau Träger der Open Farming Hackdays, Hauptsponsorin des Anlasses war die Aargauische Kantonalbank.

Landwirtschasftsdirektor Dieth ist zufrieden mit den Ergebnissen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht: «Die Resultate zeigen, dass der Austausch darüber, wie die Vorteile der Digitalisierung und moderner Technologien in der Landwirtschaft genutzt werden können, nicht nur für den Aargau, sondern für die gesamte Schweiz von grossem Wert ist.»

(noë)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 11. September 2021 06:18
aktualisiert: 11. September 2021 06:18