Ukraine-Krieg

Bund und Kantone ziehen Zwischenbilanz zu Flüchtenden

20. Mai 2022, 14:03 Uhr
Das Zusammenspiel von Bund und Kantonen zur Aufnahme von Flüchtenden laufe grundsätzlich gut. Eine Herausforderung bleibt die Suche nach Unterkünften, doch ein Grossteil der Flüchtenden hat bei Privaten selbständig einen Platz gefunden.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Nach rund drei Monaten ziehen Bund und Kantone an einer Pressekonferenz Zwischenbilanz zur Aufnahme von Ukrainerinnen und Ukrainern, die wegen des Kriegs in die Schweiz geflüchtet sind. Das Zusammenspiel funktioniere grundsätzlich gut, eine Herausforderung bleibe aber die Sucher nach Unterkünften. «Unser Asylsystem funktioniert», sagte Bundesrätin Keller-Sutter an einer Medienkonferenz in Bern

Grösste Fluchtbewegung seit Zweitem Weltkrieg

Seit dem Zweiten Weltkrieg sei die Schweiz mit dem Ukraine-Krieg mit der grössten Fluchtbewegung konfrontiert. In den letzten drei Monaten haben über 50'000 Personen aus der Ukraine in der Schweiz Schutz gesucht. Damit seien mehr Menschen in die Schweiz gekommen als insgesamt in der Kosovo-Krise 1999.

Zudem habe der Bund erstmals den Schutzstatus S für Flüchtlinge angewendet und rasch eine zusätzliche Hilfe für den Spracherwerb beschlossen. Dabei betont wird die «beispiellose Solidarität» von Bund, Kantonen, Hilfswerken und Privaten, um Geflüchteten Schutz zu bieten.

10'000 Flüchtende pro Monat erwartet

Die Solidarität ist auch in der Bevölkerung gross: Privat sind derzeit 25'000 Personen untergebracht. Davon hätten rund 21'000 selbstständig einen Platz gefunden, etwa per Facebook. 4000 Flüchtende habe die Schweizerische Flüchtlingshilfe vermittelt.

Eine Herausforderung bestehe darin, dass viele Vertriebene in den grossen Städten wie Zürich und Bern Zuflucht suchen möchten, sagte Keller-Sutter. Sie hätten Bedenken, ob es auf dem Land gute Verkehrsverbindungen und Infrastruktur gebe.

Täglich kommen aktuell noch rund 400 Personen in die Schweiz, so Keller-Sutter weiter. Monatlich werden monatlich 10'000 weitere Flüchtende aus der Ukraine erwartet. «Je länger der Krieg dauert und die Schreckensbilder von den Titelseiten verschwinden, umso stärker müssen wir die Solidarität aufrechterhalten», sagte Keller-Sutter.

(log/sda)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 20. Mai 2022 13:17
aktualisiert: 20. Mai 2022 14:03
Anzeige