Erkältungswelle

Corona führt auch in diesem Winter wieder zu mehr Kranken

30.11.2023, 19:22 Uhr
· Online seit 30.11.2023, 18:43 Uhr
Die Grippewelle steht erst am Anfang und immer mehr Menschen sind krank. Infektiologe Jan Fehr erklärt, warum das so ist und wann man eine Maske tragen sollte.
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Es wird wieder gehustet und geniest in der Schweiz. Die Arbeitgeber kämpfen mit Krankheitsausfällen. Erste Spitäler haben bereits wieder die Maskenpflicht eingeführt. So zum Beispiel das Unispital Basel. In allen Bereichen mit Patientenkontakt ist der Mund-Nasen-Schutz wieder obligatorisch.

«Meldungen über Infektions- und Erkrankungsfälle in der Schweiz nehmen zu», sagt die oberste Kantonsärztin Barbara Grützmacher. Auch Jan Fehr, Infektiologe an der Universität Zürich, bestätigt auf Anfrage der Today-Redaktion, dass momentan Infektionen bei Atemwegserkrankungen zunehmen. «Die Zahlen bewegen sich trendmässig auf etwas höherem Niveau als in den Vorjahren», sagt Fehr. Da spielt natürlich auch das Coronavirus wieder mit rein.

«Haben die Verantwortung auf besonders gefährdete Personen aufzupassen»

Während der Pandemie sind die Menschen nur beschränkt mit Atemwegsviren in Kontakt gekommen, da man Abstand hielt und Masken getragen hat. Das hat im letzten Winter zu einer Zunahme an Erkrankungen geführt. Von diesem Effekt geht Fehr aktuell aber nicht aus: «Die Masken sind flächenmässig schon länger gefallen und das führte dazu, dass das Immunsystem sich wieder mit den Viren auseinandersetzen konnte.»

Trotzdem ruft er aber dazu auf, sich an Hygienemassnahmen zu halten: «Als Gesellschaft haben wir auch die Verantwortung, auf die besonders gefährdeten Personen aufzupassen.» Das bedeute zum Beispiel, dass man eine Maske im öffentlichen Raum anziehe, wenn man eine laufende Nase habe. Wenn man Fieber habe, soll man komplett zu Hause bleiben.

«Beim Pflegepersonal ist die Personaldecke dünn»

Von einer möglichen Überlastung des Systems aufgrund der Krankheitsfälle geht Fehr aber aktuell nicht aus. Man müsse in Szenarien denken. «Es ist ein Szenario. Aber nicht dasjenige, das für mich an erster Stelle steht», führt Fehr aus. Es gebe aber eine Einschränkung: «Beim Gesundheits- und insbesondere Pflegepersonal ist die Personaldecke dünn.» Aufgrund der Pandemie habe man viele Abgänge gehabt.

Bei den Kantonsärzten beobachtet man aktuell steigende Erkrankungen in der ganzen Bevölkerung sowie mehr Hospitalisationen bei besonders gefährdeten Personen. Bei diesen könne es auch zu schweren Verläufen kommen. Auch Infektiologe Fehr bestätigt: «Es gibt einen Anstieg von Hospitalisationen. Aber die Intensivstationen sind sicher nicht überfüllt», so Fehr.

«Wir raten den gefährdeten Personen unbedingt, sich impfen zu lassen», ruft Kantonsärztin Barbara Grützmacher auf. Dies nicht nur gegen Covid, auch gegen die Grippe. Auch Fehr sagt: «Die über 65-Jährigen und die besonders gefährdeten Menschen sollten sich impfen lassen.» Das sei auch die Impfempfehlung der eidgenössischen Impfkommission.

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veröffentlicht: 30. November 2023 18:43
aktualisiert: 30. November 2023 19:22
Quelle: Today-Zentralredaktion

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