Welt-Hepatitis-Tag

Das musst du über die verschiedenen Infektionen wissen

28. Juli 2022, 13:47 Uhr
Jährlich sterben 1,4 Millionen Menschen weltweit an einer Hepatitis-B oder C Infektionen. Und damit mehr als bei HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose. Wir erklären, welche verschiedenen Hepatitis-Infektionen es gibt.
Auslöser einer Hepatitis ist immer eine Schädigung und Zerstörung von Leberzellen.
© Keystone/AP CDC/ERSKINE PALMER

Mit dem Motto «Hep can’t wait»  möchte die World Hepatitis Alliance am Welt-Hepatitis-Tag am Donnerstag auf die Risiken, Verbreitung, Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten der Infektion aufmerksam machen. Denn Hepatitis-Infektionen sind behandelbar, aber bleiben oft viele Jahre unerkannt – und können dann schwere Schäden anrichten. Wir klären dich auf, welche Infektionen harmlos und wie gefährlich sie sind.

Hepatitis-A

Das Hepatitis-A-Virus wird durch Schmier­infektionen über Toiletten, Eiswürfel und Badewasser sowie verunreinigte Nahrungsmittel übertragen. Eine sexuelle Übertragung ist insbesondere bei oral-analen Praktiken möglich. Hepatitis-A ist nur kurz ansteckend, aber dann hochinfektiös. Da sie nie chronisch wird und immer von selbst ausheilt, gilt sie als die harmloseste Form der Virushepatitis. Gegen das Hepatitis-A-Virus gibt es eine sichere Impfung.

Hepatitis-B

Laut WHO-Angaben von 2021 leben weltweit 296 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B. In der Schweiz gibt es schätzungsweise 44'000 Betroffene. Das Virus ist ansteckend und kann über Körperflüssigkeiten übertragen werden. Sexual­kon­takte, Piercing, Tätowierungen eben­so wie Kon­takt mit infiziertem Blut können zur An­ste­ckung führen. Bei Menschen mit schwachem Im­mun­system verläuft Hepatitis-B öfter chronisch und bleibt dann lebenslang. Medikamente können eine chro­nische Hepatitis-B zwar noch nicht ausheilen, aber unterdrücken und Komplikationen verhindern. Auch gegen Hepatitis-B gibt es eine sichere Impfung.

Hepatitis-C

In der Schweiz leben 32`000 Personen mit Hepatitis-C. Jedes Jahr sterben um die 200 Personen an den Folgen der Infektion. Das Virus ist im Alltag kaum anste­ckend. Zur In­fek­­tion kommt es meist durch direkten Blutkontakt, Verletzungen, Piercing, Tätowierungen oder schlechte Hygiene bei medizinischen Eingriffen. Hepatitis-C kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen, da sie von chronischer Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Depressionen begleitet sein kann. Es ist noch kein schützender Impfstoff gegen Hepatitis-C in Sicht. Doch was viele nicht wissen: Hepatitis-C ist heute fast immer heilbar. Neue Medikamente heilen Hepatitis-C schon beim ersten Versuch in über 95 Prozent der Fälle komplett und endgültig aus.

Hepatitis-D

In der Schweiz kommt die Infektion mit Hepatitis-D nur selten vor. Das Virus ist ein sogenannter Parasit. Das heisst, dass der Virus nur zusammen mit Hepatitis-B auftritt. Die Übertragungswege für Hepatitis-B und D sind die gleichen: kontaminiertes Blut, ungeschützter Geschlechtsverkehr. Die zusätzliche Hepatitis-D-Infektion verschlimmert oft den Verlauf einer Hepatitis-B. Über 90 Prozent leiden unter einer chronischen Erkrankung. Damit steigt das Risiko einer Leberzirrhose oder von Leberkrebs. Die Impfung gegen Hepatitis-B schützt auch vor einer Hepatitis-D.

Hepatitis-E

Das Virus ist global weit verbreitet und wird in Entwicklungsländern vor allem über Trinkwasser und Nahrungsmittel übertragen, die mit Kot verunreinigt sind. Es kommt in diesen Ländern immer wieder zu Massenepidemien. In Industrieländern wird das Virus vor allem über den Verzehr von kontaminiertem Fleisch übertragen. Hepatitis-E wird nur selten chronisch und heilt in der Regel von selber aus. Ein Impfstoff existiert nur in China, der jedoch gegen einen anderen Untertyp des Hepatitis-E-Virus entwickelt wurde. Es ist unklar, ob dieser Impfstoff auch gegen den in Europa verbreiteten Genotyp 3 der Hepatitis-E-Viren schützen würde.

(adi)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 28. Juli 2022 13:47
aktualisiert: 28. Juli 2022 13:47
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