Schweiz

Ringelröteln-Ausbruch in der Schweiz: Symptome, Behandlung und Gefahren

Achtung bei Schwangerschaft

Die Ringelröteln gehen um – was du dazu wissen musst

15.05.2024, 10:15 Uhr
· Online seit 15.05.2024, 04:45 Uhr
In der Schweiz und in Deutschland mehren sich aktuell die Fälle von Ringelröteln. Die Krankheit tritt vor allem bei Kindern im Schul- und Kindergartenalter auf und ist nicht zu verwechseln mit den «normalen» Röteln. Bei Schwangeren ist jedoch Vorsicht geboten.
Anzeige

Hat dein Kind einen Hautausschlag und eine Rötung im Gesicht in Form eines Schmetterlings? Dann kann es gut sein, dass es sich mit Ringelröteln angesteckt hat. Das Virus kursiert zurzeit in der Schweiz und in Deutschland. Die Ringelröteln gehören neben Scharlach, Masern, Windpocken und Röteln zu den fünf Kinderkrankheiten. Auch Erwachsene können sich infizieren. Wer die Ringelröteln einmal durchgestanden hat, ist danach in der Regel ein Leben lang immun.

Unterschied zu «normalen» Röteln

Ausser dem Namen und dem Hautausschlag haben die beiden Krankheiten medizinisch gesehen nicht viel gemeinsam. Die Ringelröteln werden durch den hochansteckenden Parovirus B19 ausgelöst, die Röteln durch den Rubella-Virus. Oft verlaufen die Ringelröteln völlig unbemerkt oder ähnlich wie eine Erkältung.

Hat jemand in der Familie die Ringelröteln, ist eine Ansteckung recht wahrscheinlich, weil man wie bei anderen Kinderkrankheiten bereits ansteckend ist, bevor der Hautausschlag auftritt.

Das sind die Symptome

  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Nach ca. zwei Wochen: Juckender Hautausschlag

Wie sieht der Ausschlag aus?

Beim typischen Verlauf bekommen die Kinder zuerst einen leuchtend roten Ausschlag auf dem Wangen, der einem Sonnenbrand ähnlich sieht. Rund um den Mund wird die Haut zudem blass und es stellt sich ein leichtes Fieber ein. Nach zwei bis vier Tagen folgt der typische Hautausschlag am Oberkörper, den Schultern und den Oberarmen, manchmal auch auf dem Oberschenkeln oder den Ohren. Dieser lässt nach ungefähr vier Tagen langsam nach. Die Fuss- und Handflächen sind meist nicht betroffen. Selten zieht sich der Ausschlag über Wochen oder Monate weiter. Hitze, Stress oder körperliche Belastungen können dazu führen, dass der Ausschlag manchmal wieder auftritt, nachdem er bereits verheilt war.

Das kannst du dagegen tun

Eine spezifische Behandlung gegen die Ringelröteln gibt es nicht. Der Körper muss das Virus mit seinem Immunsystem selbst bekämpfen. Auch eine Impfung ist aktuell (noch) nicht vorhanden, die Impfung gegen die «normalen» Röteln schützt nicht vor einer Ansteckung mit den Ringelröteln, weil der zugrundeliegende Virus ein komplett anderer ist. Bei Fieber empfehlen sich Wadenwickel oder fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel in kindergerechter Dosierung. Gegen den Juckreiz und den Hauausschlag helfen kühle Waschungen und beruhigende Hautlotionen, ähnlich wie bei anderen Hauterkrankungen. Am besten lassen Sie sich von ihrem Arzt oder ihrer Apothekerin beraten.

Vorsicht bei Schwangerschaft

Vor allem in der ersten Schwangerschaftshälfte (bis zur 20. Schwangerschaftswoche) kann eine Ringelröteln-Infektion beim ungeborenen Kind zu Blutarmut und damit zum Absterben des Fötus führen. Schwangere sollten deshalb den Kontakt mit infizierten Personen meiden, wenn sie die Ringelröteln als Kind nicht bereits hatten oder sich in dieser Hinsicht unsicher sind. 

Bei Verdacht zum Frauenarzt

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) weist darauf hin, dass mit Hilfe der Ultraschalldiagnostik die Blutarmut früh erkannt und somit eine Fehlgeburt verhindert werden kann. Zudem ist eine Behandlung des Ungeborenen meist ohne Folgeschäden möglich. Wenn eine schwangere Frau Kontakt zu einer infizierten Person hatte, sollte sie zunächst ihren Frauenarzt oder ihre Frauenärztin aufsuchen.

Auch hier gilt: Ringelröteln sind nicht mit den «normalen» Röteln zu verwechseln. Das Risiko für schwere Schädigungen beim ungeborenen Kind ist bei Röteln in der Schwangerschaft deutlich höher als bei Ringelröteln.

Scan den QR-Code

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir die Today-App.

veröffentlicht: 15. Mai 2024 04:45
aktualisiert: 15. Mai 2024 10:15
Quelle: 32Today

Anzeige
Anzeige
argoviatoday@chmedia.ch