Schweiz

Gestrandeter Edelweiss-Passagier nach Kolumbien-Notlandung: «Seit 9 Stunden herrscht Chaos»

Notlandung wegen Rauch

Gestrandeter Edelweiss-Passagier: «Seit 9 Stunden herrscht Chaos»

25.03.2024, 17:17 Uhr
· Online seit 25.03.2024, 17:13 Uhr
Ein Edelweiss-Flug nach Zürich musste am Sonntagabend kurz nach Abflug in Kolumbien wegen Rauch in der Kabine zwischenlanden. Den Passagieren blieb nichts anderes übrig, als lange auf Unterkunft und Ersatz-Flüge zu warten – über zehn Stunden.
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Der Edelweiss-Flug WK92 mit Destination Zürich musste 40 Minuten nach Abflug in Cartagena eine Notlandung in der Küstenstadt Barranquilla einlegen. Dies, weil sich die Maschine mit Rauch gefüllt hatte. Die Ursache war gemäss einem Edelweiss-Sprecher ein Defekt bei der Klimaanlage an Bord.

Ein Passagier des besagten Fluges erzählt gegenüber Today, wie er die Situation am Sonntagabend erlebte, als sich die Maschine mit Rauch füllte. «Die Crew hat sehr ruhig und hochprofessionell gearbeitet», sagt H.E.* «Nach der Landung ging der Captain durch den Flieger und hat allen die Situation erklärt.» Es habe dann noch Getränke und Frühstück aus der Bordküche gegeben. Die Zwischenlandung sei etwa um 23.10 Uhr Ortszeit erfolgt.

Passagiere fühlen sich von der Fluggesellschaft alleingelassen

Nach neun Stunden Wartezeit habe noch niemand aller betroffenen Fluggäste ein Hotelzimmer erhalten. «Seit 9 Stunden herrscht Chaos», erzählt H.E. am Montagmorgen Ortszeit. «Wir Passagiere werden absolut alleingelassen. Wir bekommen keine Informationen und haben nicht einmal Wasser.» Dass die Maschine am Abend weiterfliegen soll, kann sich der 45-Jährige nicht vorstellen. Mehrere Passagiere hätten neue Flüge erhalten – allerdings erst in zwei bis drei Tagen.

Der Deutsche fühlt sich erschöpft und verzweifelt. In Kolumbien hat er eine zweiwöchige Rundreise gemacht und die Rückreise nach Düsseldorf via Zürich zusammen mit seinem Ehemann angetreten. Jetzt hat er wegen der Notlandung wichtige berufliche Termine verpasst.

Abflug verzögert sich um zwei Tage

Um etwa 9 Uhr morgens trifft in Kolumbien dann etwas Erleichterung ein. «Soeben habe ich einen Ersatz-Flug erhalten», berichtet H.E. In zwei Tagen wird er nach Düsseldorf weiterreisen. Die Flugzeiten und Zwischenstopps haben sich allerdings massiv verändert. «Unsere gesamte Flugdauer beträgt 17 Stunden statt 10,5 und wir müssen dreimal einen Stopp machen», erzählt der 45-Jährige. Alle Passagiere hätten mittlerweile – nach 10 Stunden Wartezeit – ein Hotelzimmer erhalten.

Das Problem scheint gemäss dem Reisenden der «Provinzflughafen» in Barranquilla zu sein. «Von diesem müssen wir alle abfliegen und haben darum unmögliche Verbindungen und Flugzeiten.» Die Passagiere würden über alle möglichen Zwischenstops nach Europa geführt.

Viele Passagiere werden ins gleiche Hotel umgebucht

Die Situation am Flughafen Barranquilla sei jetzt ruhig, aber trotzdem auch angespannt, so der Gestrandete. Laut H.E. haben sich unter den Passagieren Gruppen zur gegenseitigen Unterstützung gebildet. Ob oder welche Kosten erstattet würden, sei niemandem der Passagiere klar. «Es ist wirklich schlimm, wie man uns allein gelassen hat», sagt der 45-Jährige. Nun gehts für den Ferienrückkehrer mit Ehemann und anderen Fluggästen via Taxi zum empfohlenen Hotel. «Wir hoffen noch ein Zimmer zu bekommen, denn zahlreiche Fluggäste wurden ebenfalls an dieses Hotel verwiesen.»

Beim Hotel angekommen bildet sich die nächste grosse Warteschlange. «Das gesamte Flugzeug trifft im Hotel ein und hofft noch ein Zimmer zu ergattern», erzählt der Deutsche.

Vorgaben der Hotels waren der Grund für lange Wartezeiten

Edelweiss habe so viele Passagiere wie möglich mit Abflug am Montag an ihren Zielort umgebucht, erklärt Edelweiss-Sprecher Andreas Meier auf Anfrage von Today. «Aufgrund begrenzter Verfügbarkeit an alternativen Flügen gibt es leider Passagiere, welche den Weiterflug an ihr Zielort erst morgen oder übermorgen antreten können.»

Meier bestätigt zudem, dass teilweise lange Wartezeiten für die Hotelübernachtungen in Barranquilla entstanden. «Vorgaben der Hotels bezüglich der Bezahlung und personelle Knappheit seitens des Flughafens Barranquilla haben leider dazu geführt, dass die Wartezeiten teilweise sehr lange waren», so Meier. Edelweiss bedaure dies ausserordentlich und könne den Unmut nachvollziehen.

Edelweiss wird die Kosten von Hotel und Ersatz-Flug übernehmen.

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*Name der Redaktion bekannt.

veröffentlicht: 25. März 2024 17:13
aktualisiert: 25. März 2024 17:17
Quelle: ZüriToday

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