Sucht Schweiz

Im Internet kommen 13-Jährige noch zu einfach an Alkohol

30. Juni 2022, 12:04 Uhr
Über 90 Prozent der Jugendlichen kommen übers Internet an Alkohol, obwohl sie zu jung sind. Besser schnitten die Verkäufe über die Theke ab, allen voran die Tankstellenshops. Sucht Schweiz schlägt nun Lösungen vor.

Die Stiftung «Sucht Schweiz» hat im Auftrag des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit Alkoholtestkäufe ausgewertet, heisst es in einer Mitteilung. Die Testkäufe sollen zeigen, wie der Jugendschutz beim Alkoholverkauf eingehalten wird. Positiv aufgefallen: Immer mehr Detailhändler stellen ihre internen Tests zur Verfügung.

Verkauf über die Theke und in Bars

Ein Drittel der Jugendlichen kamen dabei an Alkohol, obwohl sie das Mindestalter noch nicht erreicht haben – sprich 16 Jahre für den Kauf von Bier und Wein an 18 Jahre für Spirituosen. Dies entspreche einer Steigerung von 4,4 Prozent gegenüber 2020. Händler führen dafür weniger Alterskontrollen durch als bei vorherigen Tests. In über 72 Prozent haben die Verkäuferinnen und Verkäufer noch nach dem Ausweis gefragt.

Am besten schnitten bei den Tests die Tankstellen ab. Nur an einen Viertel der zu jungen Testkäuferinnen wurde hier Alkohol verkauft. Bei Restaurants und sonstigen Läden waren es rund ein Drittel. Schlechter haben Bars und Pubs abgeschlossen, fast 40 Prozent der Jugendlichen kamen hier an Alkohol.

Online-Shops liefern ohne Alterskontrolle

«Sucht Schweiz» hat erstmals im grossen Stil auch bei Online-Shops die Praxis bei Alkoholverkäufen getestet. Die Resultate bezeichnen sie als besorgniserregend, zudem bestätige dies eine Untersuchung des Blauen Kreuzes. Fast 94 Prozent der Jugendlichen kamen übers Internet an Alkohol, obwohl sie noch nicht alt genug dafür waren. An 89 Prozent der 13-Jährigen habe der Kurier den Alkohol persönlich ausgehändigt.

Bei einigen Bestellungen im Internet wurde nach dem Alter gefragt. Doch auch bei wahrheitsgemässer Aussage hätten die Shops den Alkohol geliefert. Und das obwohl sie somit wussten, dass die Jugendlichen zu jung waren.

«Sucht Schweiz» fordert nun Lösungen wie beispielsweise in Finnland, wo Personen, die zu jung aussehen automatisch eine Ausweis zeigen müssen. Für Online-Shops empfiehlt der Verein das Einscannen der ID.

(log)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 30. Juni 2022 12:05
aktualisiert: 30. Juni 2022 12:05
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