«Kollaps des Systems»

Kinder-Notfallstationen an Spitälern sind chronisch überlastet

25. September 2022, 08:22 Uhr
Die kindermedizinischen Abteilungen der Deutschschweizer Spitäler stehen vor grossen Problemen. Vor allem die Notfallstationen können die stetig wachsenden Zahlen der jungen Patienten kaum mehr bewältigen.
Die Situationen in vielen Kinder-Notfallstationen sei prekär, warnen Experten.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
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In der Deutschschweiz kämpfen die Kinder-Notfallstationen mehr und mehr mit Überlastung, Personalmangel und langen Wartezeiten für Patientinnen und Patienten. «So extrem wie jetzt war es noch nie», sagt eine Pflegefachfrau am Kantonsspital Winterthur in der «NZZ am Sonntag». Offizielle Stellen anderer Spitäler bestätigen den Eindruck: Die Überbelegung im Kindernotfall liege schweizweit bei 30 bis 50 Prozent, schätzt das Berner Inselspital. Es warnt vor einem drohenden «Kollaps des Systems».

Verschärft wird die Situation durch die Knappheit beim Spitalpflegepersonal, die sich seit Corona akzentuiert hat. In den kommenden Tagen wollen die Kinderärzte-Organisation Pädiatrie Schweiz und die Allianz der Schweizer Kinderspitäler die Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam machen.

Sie werden Massnahmen fordern – auch im Hinblick auf die kalte Jahreszeit, wenn die Zahl der Erkrankungen ohnehin steigt. Die Überlastungssituation hat Folgen. So muss sich gedulden, wer derzeit mit seinem Kind den Notfall aufsucht. Zudem müssen Kinder und Jugendliche länger auf bereits geplante Eingriffe warten und werden vermehrt in andere Spitäler verschoben, schreibt die «NZZ am Sonntag».

(baz)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 25. September 2022 06:30
aktualisiert: 25. September 2022 08:22