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FC Aarau - FC Schaffhausen

Saisonauftakt im Brügglifeld – mit Publikum, aber ohne «Szene»

Lorenz Barazetti, 30. Juli 2021, 09:43 Uhr
Diesen Samstag startet der FCA mit Verspätung in seine Saison – dass heisst für dich: Ab ins Brügglifeld. Unter welchen Bedingungen du ins Stadion kommst und was der FCA-Präsident zum Boykott der aktiven FCA-Fanszene sagt, erfährst du hier.
Die Liga heisst inzwischen anders, das Saisonziel bleibt das gleiche wie 2006/07: Direktaufstieg oder Barrageplatz. Vorerst wird die organisierte Fanszene aber nicht mit solchen Choreos glänzen. Sie hat in einem Communiqué bekanntgegeben, vorerst nicht in die Stadien zurückzukehren.
© Keystone

Mit einer Woche Verspätung startet am Samstag (Anpfiff 18 Uhr) auch der FC Aarau in die Challenge League. Der Saisonauftakt in Neuenburg musste wegen des Hochwassers abgesagt werden. Nun also empfängt der FCA Schaffhausen im Brügglifeld. «Klar, wir hätten letzte Woche sehr gerne angefangen. Das Team ist heiss und will spielen. Aber man denkt weiter und macht einen neuen Plan und setzt ein neues Ziel.» Das sagt Präsident Philipp Bonorand vor der Heimpremiere auf frisch saniertem Rasen.

Hohe Saisonziele, Publikum im Stadion, und nach der Verschiebung letzte Woche nun endlich der Start - die Vorfreude steigt auch beim FCA-Präsident Philipp Bonorand:
© Zur Verfügung gestellt

Ohne Zertifikat kein Fussball

Heiss dürften auch die Anhängerinnen und Anhänger des FC Aarau sein. (Zu) lange ist es her, seit die Stadiontore für die Fans letztmals geöffnet waren. Damit im Brügglifeld und in allen anderen Stadien die volle Kapazität ausgeschöpft werden darf, braucht jeder Fan ein Covid-Zertifikat. Heisst: Wer nicht geimpft, getestet oder genesen ist, muss draussen bleiben. Das gilt für alle ab 16 Jahren. Ausserdem muss zwingend auch eine ID oder ein Pass vorgewiesen werden.

Vor dem Brügglifeld gibt es ausserdem die Möglichkeit, sich gratis testen zu lassen. Dazu muss man zusätzlich eine Krankenkassenkarte vorweisen. Bei einem negativen Testresultat werde das Covid-Zertifikat auf der Handy-App oder in ausgedruckter Form nach einer Wartezeit von rund 15 Minuten verfügbar sein, schreibt der Club auf seiner Webseite.

Warteschlangen verhindern

Empfohlen wird auch, möglichst früh beim Stadion zu erscheinen, damit keine langen Warteschlangen entstehen. Die Eingangskontrollen dürften mehr Zeit beanspruchen als früher. Nach der Überprüfung des Zertifikats läuft dann alles wie immer beim Einlass. Und im Stadion gibt es keine Einschränkungen mehr. Auf «ein schönes Fussballfest» freut sich Präsident Bonorand. Die traditionelle Stadionwurst «Scharfe Kurve» und die Grill-Spiesse seien bereit. Und «die Zapfanlagen werden nochmal durchgespült, weil sie schon länger nicht mehr gebraucht wurden», sagt er und schmunzelt. Und prognostiziert einen 2:1-Sieg für seinen FCA.

Gehört noch nicht für alle zur Vergangenheit - eine bunte Truppe von «Szene», Familien, Jung und Alt verfolgte die Spiele letzte Saison hinter der Stadionmauer.
© AZ / Britta Gut

Szene Aarau verfolgt Spiele weiterhin von draussen

Etwas gedämpft wird die Vorfreude allerdings durch die Ankündigung der aktiven Fanszene, bis auf Weiteres nicht ins Stadion zu pilgern. Die Unterstützung findet demnach wie während der vergangenen Saison von ausserhalb des Stadions statt. Dabei hatte der Club extra die letzten Herbst eingebauten Sitzschalen in den Fankurven wieder entfernt, um den Ultras die Unterstützung im Stehen zu ermöglichen. Vorerst umsonst. Die aktive Fanszene beteiligt sich an einer Protestaktion gegen Repressionsmassnahmen der Liga und einzelner Behörden. Die Kritik richtet sich nicht gegen das Covid-Zertifikat. Sondern dagegen, dass einzelne Clubs die Situation zum Anlass nähmen, personalisierte Tickets einzuführen und Gästesektoren zu schliessen, schreibt die Szene in einem Statement. Super-Ligist FC Sion beispielsweise lässt momentan keine Gästefans im entsprechenden Sektor zu. «Einerseits bedauern wir den Entscheid natürlich sehr», sagt Bonorand. «Die Fanszene gehört ein Stück weit zu einem normalen Spiel. In der Liga haben wir die meisten und lautesten Fans. Das kann insbesondere auswärts auch mal das letzte Stückchen Hilfe in der Meisterschaft sein.»

Ob es der richtige Weg sei, den Protest im Brügglifeld und in der Challenge League auszutragen, sei aber eine andere Frage. Das Einvernehmen zwischen Club und aktiver Fanszene sei aber ausgezeichnet, das betonen sowohl die «Szene Aarau» als auch Bonorand. Als Mitglied des Fanclubs ATF kennt er den FC Aarau schliesslich nicht nur von der Tribüne aus. Auch ermögliche der Verein «mit verhältnismässigen Massnahmen sowohl Heim- als auch Gästefans den Einlass ins Stadion», schreibt die Szene.

Die Fankurve bleibt bis auf Weiteres leer - dabei hatte der Club extra für die Fans die Sitze abgeschraubt
© Zur Verfügung gestellt

Steigende Covid-Zahlen - wie plant der FCA?

Durch die Delta-Variante steigen die Covid-Neuansteckungen auch in der Schweiz wieder deutlich an. Gesundheitsminister Alain Berset hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass zwar vorerst keine Veränderung der Massnahmen bevorsteht. Trotzdem gibt es bereits wieder Forderungen aus der Politik, die Massnahmen zu verschärfen, auch bei Sportveranstaltungen. Wie stellt sich der FC Aarau darauf ein? «Seit Corona haben wir eigentlich nie länger als ein paar Wochen planen können. Wir gehen aber davon aus, dass wir in den nächsten Spielen mit dem Covid-Zertifikat Publikum ins Stadion lassen können. Wenn sich daran etwas ändern sollte, werden wir uns anpassen, da sind wir flexibel genug.» Inzwischen habe man für fast jede Situation ein Konzept in der Schublade, fügt er scherzend an.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 24. Juli 2021 08:22
aktualisiert: 30. Juli 2021 09:43