Cupspiel im Tessin

«Beni, gib der en Ruck!»: Sarmenstorfer Fussballer fordern von Beni Huggel einen Gratis-Car

Mario Fuchs, 5. September 2022, 19:04 Uhr
Der FC Sarmenstorf steht sensationell im Sechzehntel-Final des Schweizer Cups. Doch es gibt ein Problem: Die Aargauer müssen mit dem Car ins Tessin zur AC Arbedo-Castione fahren. Und so eine Car-Miete ist nicht ganz günstig. Könnte da vielleicht ein alter und berühmter Bekannter helfen?

Quelle: ArgoviaToday

Anzeige

Es ist eine Geschichte, wie es sie vielleicht nur in der Schweiz geben kann. Die Zutaten dieser Geschichte sind vielversprechend: Buben im Erwachsenenalter, Bierflaschen in der Garderobe – und Benjamin Huggel. Und eines können wir vorweg verraten: Wie diese Geschichte ausgeht, wissen wir noch nicht.

Am Anfang steht eine Flanke von Fabian Stutz auf den vorderen Pfosten, Alain Schultz köpfelt wuchtig, der Ball landet im Tor. Es ist die 94. Minute im 1/32-Final des Schweizer Cups, Sarmenstorf hat an diesem Augustsamstag soeben im allerletzten Angriff das 1:2 gegen Affoltern am Albis erzielt. Auf der Website schreibt der Verein später: «Unsere 1. Mannschaft steht nach dem Last-Minute-Sieg gegen den FC Affoltern a. Albis sensationell im Schweizer-Cup 1/16-Final!»

Der Tag danach. Die Stimmen sind noch heiser vom Feiern, vor dem Fernseher wartet ganz «Sarmi» nervös auf die Auslosung der nächsten Runde. Im Studio steht Losfee Benjamin Huggel, von Beruf Fussball-Legende: 7-facher Schweizer Meister, 5-facher Cupsieger mit dem FC Basel, heute SRF-Experte. Und bei den Sarmenstorfern bestens bekannt. Denn: Alain Schultz, der in den 2000er-Jahren als Profi für Wohlen, Aarau und GC gespielt hatte, war mit Beni Huggel im gleichen Trainerkurs.

Doch das Vitamin B hilft nicht: Der FCS erhält die AC Arbedo-Castione als nächsten Gegner zugelost, und muss dafür am 17. September ins Tessin reisen. Das will gut organisiert sein, denn schliesslich will auch diesmal wieder ganz «Sarmi» mit dabei sein, wenn der nächste Coup gelingen könnte. Konkret: Es braucht einen Car, wenn einer überhaupt reicht. Und das kostet.

Da hat Denis Dubler, Mittelfeldspieler, eine Idee: Wenn doch dieser Beni schon das logistisch aufwändige Los gezogen hat, und wir schon beste Beziehungen zu ihm haben – dann könnte der doch mithelfen, die Carfahrt zu finanzieren?

Die Entscheidungswege beim FCS sind kurz, wenige Tage später postet er auf seinem Instagram-Kanal ein Video. Alain Schultz sitzt mit den drei Kollegen Kusi, Pascal und Feldschlösschen in der Garderobe und richtet sich mit einer Botschaft an seinen Basler Trainer-Freund.

Was die Aargauer Tschutter der Legende zu sagen haben, erfährst du oben im Video. Und die Antwort folgt prompt, eine Legende kann sich schliesslich nicht lumpen lassen: Huggel «versteht» den Wunsch, wie er nach Sarmenstorf ausrichten lässt: «Amateurfussball, dritte Halbzeit, alles gut und recht.» Und dann spielt er den Ball gleich wieder zurück ins Freiamt: «Einfach Kohle für den Car zu fordern, ist ein bisschen wenig kreativ. Da müsst ihr euch schon noch etwas mehr einfallen lassen!»

Die Geschichte geht jetzt in die Nachspielzeit, und das kann für «Sarmi» ja nur eines bedeuten: Sie brauchen eine wunderbare Flanke und einen Köpfler ins Tor. Fortsetzung folgt.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 5. September 2022 17:10
aktualisiert: 5. September 2022 19:04